Italiens Monte dei Paschi di Siena (MPS) plant, die Reorganisation der zusammengeführten Gruppe mit Mediobanca bis zum Jahresende abzuschließen und die Einsparungen aus der neuen Struktur nach der Übernahme zu maximieren, erklärte CEO Luigi Lovaglio am Dienstag.

Nachdem Monte dei Paschi im Jahr 2017 vom Staat gerettet wurde, erfolgte 2023-2024 eine erfolgreiche Reprivatisierung, bei der eine Gruppe italienischer Investoren große Anteile aufbaute und die Übernahme des Rivalen Mediobanca im vergangenen Jahr unterstützte.

Das Geschäft, das inzwischen Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung in Mailand wegen angeblich versteckter koordinierter Aktionen unter den Hauptaktionären ist, hat MPS ins Zentrum einer Konsolidierungswelle im italienischen Bankensektor gerückt.

Lovaglio, 70, strebt mit Unterstützung des Finanzministeriums und des Hauptaktionärs Delfin eine weitere Amtszeit als CEO an, hat jedoch noch keine Rückendeckung vom zweitgrößten Investor, Francesco Gaetano Caltagirone, erhalten.

MPS: MEDIOBANCA BLEIBT EIGENE RECHTSPERSON

Angesichts unterschiedlicher Ansichten unter den Aktionären, wobei Caltagirone als Befürworter einer größeren Autonomie für Mediobanca gilt, hat der Vorstand darüber diskutiert, ob MPS die 14% von Mediobanca, die sie noch nicht besitzt, erwerben und das Unternehmen von der Börse nehmen sollte.

Mit einer Entscheidung über das Delisting, die noch vor dem Strategietag am 27. Februar aussteht, erklärte MPS am Dienstag lediglich, dass Mediobanca eine eigenständige Rechtseinheit bleiben werde, die sich auf Privat-, Firmen- und Investmentbanking konzentriert.

Lovaglio sagte gegenüber Analysten, dass eine vollständige Integration die besten Voraussetzungen für die prognostizierten Einsparungen von 700 Millionen Euro (834 Millionen US-Dollar) aus dem Zusammenschluss schaffe.

"Es ist klar, dass das Ziel nun darin besteht, das maximale Maß an Synergien und Wert zu schaffen", sagte er.

Durch Mediobanca ist MPS zum Investor bei Generali geworden, Italiens größtem Versicherer und einem wertvollen Finanzvermögen, an dem sowohl Caltagirone als auch Delfin Anteile halten.

Die Neugestaltung der zusammengeführten Gruppe könnte Auswirkungen auf eine zweite Runde von Fusionen und Übernahmen haben, die im italienischen Finanzsektor erwartet werden.

MPS erzielte im vierten Quartal einen Nettogewinn von 1,35 Milliarden Euro. Mit der Übernahme von Mediobanca, die die Gewinnerwartungen steigerte, konnte MPS auch von Steuergutschriften aus früheren Verlusten profitieren, basierend auf den Bilanzierungsregeln für sogenannte "latente Steueransprüche".

MPS, das sich seit der staatlichen Rettung nach einem jahrzehntelangen Beinahe-Kollaps umstrukturiert hat, gab an, dass das hochwertigste Eigenkapital bei 16,2% der Aktiva lag – einer der höchsten Werte im Sektor.

(1$ = 0,8396 Euro)