Das neue Produkt wurde auf der WhatsApp-fokussierten Konferenz 'Conversations' in London angekündigt. Es erweitert die bestehenden Business-Messaging-Dienste um 'agentische' Fähigkeiten, durch die der Assistent im Namen von Unternehmen eigenständig agieren kann - etwa durch das Buchen von Kalenderterminen oder den Abschluss von Verkäufen.
Laut Meta nutzen bereits mehr als eine Million Unternehmen frühere Chatbot-Versionen solcher Agenten auf WhatsApp und Messenger. Die neue Version wird nun auch auf Instagram integriert und weltweit für Unternehmen jeder Größe eingeführt.
Dieser Schritt unterstreicht Metas Ambitionen, mit Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic und der Google-Mutter Alphabet im Markt für Unternehmensanwendungen von KI-Tools zu konkurrieren. Dabei nutzt der Konzern die Reichweite seiner Social-Media-Apps, um Unternehmen davon zu überzeugen, ihre Werbeaktivitäten und andere Workflows zu konsolidieren.
'Dies ist definitiv ein Vorstoß in den Enterprise-Bereich', sagte Naomi Gleit, Produktchefin bei Meta, in einem Interview mit Reuters am Rande der Konferenz.
Die Aktien von Meta stiegen im Vormittagshandel um mehr als 3%.
Der Business-Agent kann individuell angepasst werden, um auf Anfragen in diesen Apps zu reagieren, wobei er den Tonfall des jeweiligen Unternehmens adaptiert. Er übernimmt Aufgaben wie die Beantwortung häufig gestellter Fragen, die Qualifizierung von Leads und die Weiterleitung komplexer Anfragen an menschliche Mitarbeiter, falls erforderlich.
Unternehmen können das Tool zunächst kostenlos nutzen; kostenpflichtige Abonnement-Optionen sind für die kommenden Monate geplant.
'Wir wollen jetzt tatsächlich Taten sehen. Wir wollen, dass das System in der Lage ist, Zahlungen abzuschließen, Buchungen zu bearbeiten und Bestellungen aufzugeben', so Gleit. Dies gehe weit über die 'regelbasierten Automatisierungen' herkömmlicher Bots hinaus.
Neben den neuen Business-Agent-Angeboten innerhalb der Meta-Apps führt das Unternehmen auch eine umfassendere 'Business Agent Platform' ein. Diese soll Unternehmen Werkzeuge an die Hand geben, um massgeschneiderte KI-Agenten zu entwickeln, die sie bei der Verwaltung ihrer Abläufe an anderer Stelle unterstützen.
Die Plattform ist mit hunderten von Drittsystemen wie Shopify, Zendesk und Shopee verbunden, auf denen diese Agenten eingesetzt werden können. Laut Meta bietet sie größeren Unternehmen Kontrollmechanismen, Sicherheitsvorkehrungen und Messinstrumente auf Enterprise-Niveau.
NEUE GESCHÄFTSFELDER
Gleit leitet die Bemühungen des Unternehmens, in neue Geschäftsfelder rund um KI-Agenten zu expandieren. Dazu gehört auch das neue Team 'Enterprise Solutions', das im Zuge einer kürzlich erfolgten unternehmensweiten Umstrukturierung im Bereich KI angekündigt wurde.
Dieses Team wird spezialisierte Ingenieure direkt zu Unternehmenskunden entsenden - ein Modell, das auch von KI-Unternehmen wie Anthropic genutzt wird. Ziel ist es, interne Hürden bei der KI-Einführung zu überwinden und individuellen Code zu schreiben, damit die Modelle die gewünschten Ergebnisse liefern.
Der Fokus liegt derzeit auf neuen Business-Agenten, es wird jedoch auch an der Entwicklung und dem Vertrieb von agentischen KI-Produkten gearbeitet, die Unternehmen für weitere interne Funktionen nutzen können.
Gleit arbeitet zudem daran, die verschiedenen von Meta entwickelten KI-Agenten zu konsolidieren. Dazu gehören interne workflow-orientierte Tools, ein Meta-KI-Support-Bot für Nutzer sowie ein separater, werbefokussierter 'Business Assistant', der im vergangenen Monat weltweit eingeführt wurde.
'Das Wichtigste, was ich höre, insbesondere von kleinen Unternehmen, ist: 'Ich möchte einfach nur an einen Ort gehen, der alles erledigen kann'', sagte sie.
'Man muss die Dinge modular gestalten, aber man muss auch bereit sein, sich weiterzuentwickeln, da sich die Technologie so schnell bewegt.'
FEHLER ZEIGEN RISIKEN VON KI-AGENTEN AUF
Gleit räumte die Risiken ein, die mit der tiefen Integration von KI-Agenten in die Systeme eines Unternehmens und der Erteilung von Handlungsvollmachten verbunden sind.
Meta hat bereits einige peinliche Pannen im Zusammenhang mit seinen Agenten erlebt. Dazu gehört ein Vorfall Anfang dieser Woche, bei dem Hacker den KI-Support-Chatbot dazu brachten, Zugriff auf prominente Instagram-Konten zu gewähren.
Auf den Fall angesprochen, sagte Gleit, das Unternehmen untersuche den Vorfall noch, habe aber festgestellt, dass das Problem auf eine fehlerhafte 'technische Prüfung' innerhalb der zugrunde liegenden Support-Funktion zurückzuführen sei.
'Es war nicht der Agent. Der Agent hat tatsächlich eine technische Prüfung offengelegt, die nicht funktionierte', sagte sie. 'Es gab eine Art separates System und eine technische Prüfung, die einen Fehler aufwies, und weil die Leute den Agenten benutzten, haben sie ihn entdeckt.'



















