Die Spekulationen über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Nahostkonflikts versetzen die Märkte in Euphorie.

Die Börsen waren bereits am Morgen mit Rückenwind gestartet, gestützt durch eine Rallye an den asiatischen Märkten. Getrieben wurde diese von KI-bezogenen Technologiewerten, nachdem der koreanische Riese Samsung die Marke von einer Billion Dollar Marktkapitalisierung überschritten hatte.

Im weiteren Verlauf des Vormittags sorgten Berichte von Axios für zusätzliches Vertrauen bei den Anlegern. Demnach geht das Weiße Haus davon aus, kurz vor einer Einigung mit dem Iran über eine Absichtserklärung zu stehen, die den Konflikt beenden und den Rahmen für tiefergehende Atomverhandlungen abstecken soll.

Infolgedessen gaben die Ölpreise um 8% nach, wobei die Sorte Brent auf knapp unter 100 Dollar pro Barrel fiel.

Ein Händler betont, dass der jüngste Vorstoß von Trump von den Investoren als konkreter Schritt in Richtung Friedensverhandlungen mit dem Iran gewertet wird, was den Optimismus an den Märkten zurückkehren lässt.

Auf makroökonomischer Ebene richtet sich die Aufmerksamkeit am Nachmittag auf die USA. Dort werden die ADP-Zahlen zu den privaten Neuansatzungen im April erwartet - prognostiziert werden 99.000 nach 62.000 im März. Diese gelten als Vorbote für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag, der für die Zinserwartungen der Fed als entscheidend eingestuft wird.

Zudem nimmt die Berichtssaison an Fahrt auf und prägt maßgeblich das Marktgeschehen.

Kurz vor 13:00 Uhr legt der Leitindex FTSE Mib um 2,2% zu. Mit 49.630 Punkten notiert der Blue-Chip-Index nicht weit entfernt von seinem Allzeithoch von 50.108 Punkten aus dem März 2000. Das Handelsvolumen beläuft sich auf 2,7 Milliarden Euro.

Die Titel im Fokus heute:

** Die Banken präsentieren sich weiterhin stark; der Branchenindex klettert um 4,8%. Angeführt wird die Bewegung von UNICREDIT mit einem Plus von 6,2% nach gestrigen Quartalszahlen über den Erwartungen, sowie von INTESA, die um 4,3% zulegen. Auch BPER ist mit einem Zuwachs von 4,2% gefragt, hier werden die Ergebnisse morgen vor Börsenöffnung erwartet.

** BANCO BPM verzeichnet nach dem gestrigen Zahlenwerk ebenfalls Kursgewinne von über 4%, wobei der Markt insbesondere auf mögliche M&A-Entwicklungen blickt. CREDEM springt um 4,6% nach oben, nachdem der Quartalsgewinn die Prognosen übertroffen hat.

** Ein regelrechtes Kursfeuerwerk erlebt AMPLIFON. Als Spitzenreiter im Index schießt die Aktie um über 13% in die Höhe. Die Ergebnisse lagen deutlich über den Analystenschätzungen, insbesondere beim Nettogewinn, wobei der Titel zuvor als technisch überverkauft galt. Intermonte schreibt in ihrem Tagesbericht, dass die Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen haben, und hob die Schätzungen für 2026 an: 'Umsätze weitgehend unverändert, bereinigtes EBITDA um ca. 1% erhöht und ein EPS-Upgrade von ca. 2%'. Das Rating 'Outperform' mit einem Kursziel von 16 Euro wurde bestätigt.

** LOTTOMATICA klettert nach überzeugenden Zahlen um 6,8%. 'Die Ergebnisse liegen beim EBITDA dank der Online-Margen über den Erwartungen', so Equita im Daily.

** LEONARDO legt um 1,6% zu. Der Markt honoriert die Ergebnisse und die Bestätigung der Jahresprognose. Mit Spannung wird die Analystenkonferenz am frühen Nachmittag erwartet.

** Zyklische Werte zeigen sich ebenfalls fest: STELLANTIS rückt um 7,8% vor, BREMBO um 5,8% und im Luxussektor gewinnt FERRAGAMO 5,2%.

** Auch Bauwerte sind gefragt: WEBUILD steigt um 7,7%, BUZZI um 5,6%.

** Auf der Verliererseite stehen ENI mit Gewinnmitnahmen und einem Minus von 6,5% infolge der sinkenden Rohölpreise. Auch Öldienstleister wie SAIPEM (-2,6%) und TENARIS (-3,1%) geben nach. Abgaben verzeichnen zudem regulierte Versorger wie SNAM (-1,8%) und TERNA (-0,6%).

(Giancarlo Navach, Redaktion Andrea Mandalà)