Der Londoner FTSE 100 gab am Donnerstag nach und wurde durch Schwäche bei Ölwerten belastet, während Verteidigungsaktien angesichts steigender Militärbudgets und geopolitischer Spannungen auf ein Rekordhoch stiegen.
Der Blue-Chip-Index FTSE 100 verlor bis 10:40 Uhr GMT 0,3%, während der auf das Inland fokussierte Mid-Cap-Index um 0,4% nachgab.
Shell fiel um 2,6%, nachdem der Ölkonzern seine Prognose für die Produktion von verflüssigtem Erdgas im vierten Quartal eingeengt hatte und vor Verlusten im Chemiegeschäft warnte. Konkurrent BP lag mit 0,6% im Minus.
Sorgen um ein Überangebot und Prognosen eines großen Überschusses Anfang 2026 beunruhigen den Energiesektor, auch wenn die Ölpreise am Tag leicht stiegen.
Verteidigungswerte hingegen stiegen auf ein Rekordhoch und schlossen sich der Rallye europäischer und US-amerikanischer Branchenkollegen an, nachdem Präsident Donald Trump zu höheren US-Verteidigungsausgaben aufgerufen hatte.
BAE Systems legte um 6,1% zu, während Chemring und Avon Technologies jeweils etwa 1% gewannen. US-Angriffe auf Venezuela haben die geopolitischen Sorgen angeheizt und die Verteidigungswerte bereits zu Wochenbeginn beflügelt.
Unterdessen stiegen die britischen Hauspreise im zwölfmonatigen Zeitraum bis Dezember nur um 0,3% und damit weniger als erwartet. Dies war der schwächste jährliche Anstieg seit März 2024, da wirtschaftliche und steuerliche Unsicherheiten den Markt zum Jahresende belasteten, wie der Hypothekenanbieter Halifax mitteilte.
Bei den Einzelwerten brachen Associated British Foods um 11,3% ein, nachdem der Primark-Eigentümer vor einem Gewinnrückgang für das Gesamtjahr gewarnt hatte. Grund war eine starke Abschwächung bei der Modemarke Primark sowie eine geringere Nachfrage in den USA, die das Lebensmittelgeschäft belastete.
Greggs verlor 7,7%, nachdem die Schnellrestaurantkette aufgrund verhaltener Verbraucherstimmung trotz eines Umsatzanstiegs im Weihnachtsquartal für das laufende Jahr mit einem stagnierenden Gewinn rechnet.
Tesco fiel um 4,9%, nachdem der Lebensmittelhändler einen Jahresgewinn am oberen Ende seiner Prognose in Aussicht stellte und für die wichtige Weihnachtszeit einen Anstieg der bereinigten UK-Umsätze um 3,2% meldete.
(Bericht von Tharuniyaa Lakshmi in Bengaluru; Redaktion: Ronojoy Mazumdar)




















