Ein starkes Jahr – dank Banken, Minen und Rüstung
Mit einem Jahresplus von 21,5 % in 2025 hat der FTSE 100 sowohl den EuroStoxx 600 (+17 %) als auch den S&P 500 (+16 %) hinter sich gelassen. Diese Überperformance ist jedoch weniger Ausdruck einer strukturellen Stärke des britischen Markts als vielmehr ein Resultat der besonderen Sektorengewichtung des Index – der stark von Banken- und Rohstoffwerten geprägt ist.
So konnte sich die Aktie von Standard Chartered im vergangenen Jahr um 84 % verteuern, Lloyds legte um 79 % zu – Entwicklungen, die im Einklang mit der starken Erholung des europäischen Bankensektors stehen. Seit der Finanzkrise von 2008 war der Sektor anhaltend unterbewertet. Die Rückkehr des Gewinnwachstums und gestiegene Bewertungen haben Banken in den letzten Jahren zu klaren Outperformern gemacht.
Auch Bergbauwerte profitierten von stark steigenden Edelmetallpreisen. Herausragendes Beispiel: Fresnillo, das 2025 mit einem Kursplus von 435 % die beste Performance im FTSE 100 lieferte.
Hinzu kommt die Rüstungsindustrie, die im Zuge gestiegener Verteidigungsausgaben in Europa florierte. So verzeichnete BAE Systems im Jahr 2025 einen Kursgewinn von 49 %.
Glänzende Kurse – aber schwindendes Interesse
Trotz der starken Indexperformance bleibt ein grundlegendes Problem bestehen: die sinkende Attraktivität des Börsenplatzes London. Im Jahr 2025 gab es nur 22 Börsengänge an der London Stock Exchange. Noch bemerkenswerter: In den ersten neun Monaten des Jahres wurde an der Börse von Angola mehr Kapital bei IPOs eingesammelt als in London.
Während Donald Trumps Zollpolitik einige geplante Transaktionen ausgebremst haben mag, leidet die Londoner Börse strukturell unter einem Attraktivitätsverlust – insbesondere im Vergleich zu den USA. Der Rückstand liegt auch daran, dass sich der Markt für Private Equity und Privatplatzierungen in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat. Immer mehr Unternehmen streben daher erst sehr spät an die Börse, und wenn doch, dann häufig lieber nach New York.
Trotz dieser Herausforderungen geben sich die Banker der City optimistisch. Für 2026 rechnen sie mit einer Belebung des IPO-Markts – getragen von mehreren groß angelegten Börsengängen, die das Bild wieder drehen könnten.

















