(Alliance News) - Die europäischen Versorgungsunternehmen treten in die anspruchsvollste Phase des Infrastrukturzyklus ein: Die Erhöhung der Investitionen in Stromnetze ist heute die größte Herausforderung für die Kreditqualität des Sektors.
Dies geht aus dem Bericht von Scope Ratings hervor, der für das Jahr 2026 einen insgesamt stabilen Ausblick beibehält, gestützt durch solide industrielle Profile und neue Kapitalzuflüsse.
Wie die Zeitung Milano Finanza am Dienstag erklärt, verlagert sich laut der Agentur die Aufmerksamkeit des Sektors von der Mittelbeschaffung auf die Umsetzung der Investitionspläne. Nur 20% der beobachteten Unternehmen weisen einen negativen Ausblick auf, vor allem im nordischen Raum.
Integrierte Versorger mit starker Präsenz im Netzbereich – wie Enel, Iberdrola und Enbw – sind besser positioniert, um dem Anstieg der Investitionsausgaben (Capex) zu begegnen, der für die Jahre 2026-27 im Durchschnitt auf 30% bis 35% gegenüber 2023-24 geschätzt wird.
Scope erwartet bis 2027 einen leichten Anstieg der Verschuldung, die jedoch weiterhin im Einklang mit den historischen Niveaus bleibt, dank einer erhöhten Eigenfinanzierungskraft, positivem Free Cashflow und Asset-Rotationen, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien. Anspruchsvoller ist das Umfeld für die Netzbetreiber, bei denen sich die jährlichen Investitionsausgaben verdoppeln werden und die europäischen Investitionen auf etwa EUR45 Milliarden pro Jahr steigen.
Die Diskrepanz zwischen Investitionen und Cashflow-Generierung wird jedoch mehr Fremdkapital erfordern.
Der Erhalt der Ratings wird von der Umsetzung der Finanzierungspläne abhängen, die derzeit als ausgewogen eingeschätzt werden.
Auf industrieller Ebene bleibt das Umfeld günstig, mit stabilen Strompreisen und weiterhin soliden Margen bei Gaskraftwerken.
Von Giuseppe Fabio Ciccomascolo, Alliance News Senior Reporter
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