Das KI-Startup Thinking Machines Lab gab am Dienstag bekannt, dass es eine mehrjährige Partnerschaft mit Nvidia geschlossen hat. Im Rahmen dieser Vereinbarung erhält das Unternehmen eine bedeutende Investition und bezieht mindestens ein Gigawatt der Prozessoren der nächsten Generation des Chipherstellers.

Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Gemäß der Vereinbarung wird Thinking Machines – im vergangenen Jahr von der ehemaligen OpenAI-Technologiechefin Mira Murati gegründet – ab Anfang nächsten Jahres die kommenden Vera-Rubin-Systeme von Nvidia einsetzen. Die Rechenleistung wird primär für das Training der KI-Modelle des Startups genutzt.

Branchenexperten zufolge kann ein Gigawatt Rechenleistung, was ausreicht, um etwa 750.000 US-Haushalte mit Strom zu versorgen, rund 50 Milliarden Dollar kosten.

Der Deal wird Thinking Machines dabei helfen, mit größeren Rivalen beim Bau leistungsstarker KI-Systeme zu konkurrieren, und unterstreicht das Bestreben der Branche, die Rechenkapazitäten massiv auszuweiten.

Thinking Machines entwickelte sich schnell zu einem der am genauesten beobachteten KI-Startups im Silicon Valley, nachdem es in einer von Andreessen Horowitz angeführten Seed-Finanzierungsrunde rund 2 Milliarden Dollar eingesammelt hatte, was das Unternehmen mit 12 Milliarden Dollar bewertete. Nvidia war ebenfalls als Investor an dieser Runde beteiligt.

Das Startup hat kürzlich versucht, in einer neuen Finanzierungsrunde weiteres Kapital aufzunehmen, das die Bewertung auf mehrere Zehnmilliarden Dollar anheben könnte, wie Insider zuvor gegenüber Reuters erklärten.

Das Unternehmen verzeichnete kürzlich mehrere Abgänge, darunter Mitbegründer und Ex-Technologiechef Barret Zoph sowie Mitbegründer Luke Metz, die beide inmitten des harten Wettbewerbs um KI-Talente zu ihrem früheren Arbeitgeber OpenAI zurückkehrten.

Die Partnerschaft unterstreicht zudem die wachsende Rolle von Nvidia als Geldgeber für Startups, die auf seine KI-Chips angewiesen sind.

Nvidia hat kürzlich 30 Milliarden Dollar in OpenAI und 10 Milliarden Dollar in Anthropic investiert und liefert gleichzeitig die Grafikprozessoren (GPUs), die zum Trainieren und Betreiben ihrer Modelle verwendet werden. Diese Dynamik erzeugt laut einigen Marktanalysten einen zirkulären Fluss von Kapital und Rechenressourcen, was wiederum Vergleiche mit der Technologieblase der späten 1990er Jahre hervorgerufen hat.