Kenia: Zentralbank pausiert Zinssenkungszyklus angesichts steigender Ölpreise
Veröffentlicht am 08.04.2026 um 16:44 - Geändert am 08.04.2026 um 17:19
Reuters
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Übersetzt von MarketScreener
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Kenias Zentralbank hat ihren Zinssenkungszyklus am Mittwoch unterbrochen und den Leitzins bei 8,75 % belassen. Ziel ist es, die Zweitrundeneffekte des durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstiegs der globalen Energiepreise zu beobachten. * Die Entscheidung folgt auf zehn aufeinanderfolgende Zinssenkungen und entsprach den Prognosen einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen. * Der letzte Zinsentscheid der Bank erfolgte Mitte Februar, mehr als zwei Wochen bevor die USA und Israel Angriffe auf den Iran starteten, was Teheran zu Vergeltungsmaßnahmen veranlasste. * "Das Komitee ... kam zu dem Schluss, dass der aktuelle geldpolitische Kurs ... weiterhin angemessen ist, um sicherzustellen, dass die Inflationserwartungen innerhalb des Zielbereichs verankert bleiben und der Wechselkurs stabil bleibt", teilte die Central Bank of Kenya in einer Erklärung mit. * "Der Geldpolitische Ausschuss (MPC) ist der Ansicht, dass die Notwendigkeit besteht, etwaige Zweitrundeneffekte des jüngsten Anstiegs der internationalen Ölpreise auf die Gesamtinflation zu überwachen." * Die jährliche Inflationsrate lag im März bei 4,4 % und damit leicht über dem Wert von 4,3 % im Februar, jedoch innerhalb des von der Regierung angestrebten Korridors von 2,5 % bis 7,5 %. * Die Zentralbank senkte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von zuvor 5,5 % auf 5,3 % und begründete dies damit, dass der Nahostkonflikt Risiken für Schlüsselsektoren der größten Volkswirtschaft Ostafrikas darstelle. * Für das Jahr 2026 wird nun ein Leistungsbilanzdefizit von 3,0 % des Bruttoinlandsprodukts prognostiziert, gegenüber einer vorherigen Schätzung von 2,2 %, was ebenfalls auf den Iran-Konflikt zurückgeführt wird. * Die weltweiten Ölpreise gaben am Mittwoch nach, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er habe einer zweiwöchigen Waffenruhe mit dem Iran zugestimmt; sie bleiben jedoch deutlich höher als vor Kriegsbeginn. * Analysten gehen davon aus, dass die globalen Ölpreise auf absehbare Zeit einen erheblichen geopolitischen Risikoaufschlag beibehalten werden.

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