Worauf es heute an den US- und globalen Maerkten ankommt
Von Anna Szymanski, Chefredakteurin, Reuters Open Interest
Die Oelpreise sprangen am Mittwoch nach oben, nachdem die USA und der Iran neue militaerische Angriffe ausgetauscht hatten - die deutlichste Eskalation seit der von beiden Seiten im vergangenen Monat vereinbarten Waffenruhe. Praesident Donald Trump sagte zudem, ihr Memorandum of Understanding sei 'vorbei'.
US-Angriffe auf iranische Ziele am Dienstag folgten darauf, dass in den vergangenen Tagen mehrere Oeltanker in der Strasse von Hormuz von Geschossen getroffen worden waren. Washingtons Schritt loeste iranische Angriffe auf US-Stuetzpunkte in der Region aus.
Unterdessen wirkten die globalen Aktienmaerkte wackelig, da Chipwerte am Mittwoch weiter unter Druck standen und die grossen Indizes in Asien belasteten. Der stark chiplastige sudkoreanische KOSPI-Index ist inzwischen in den Baerenmarkt gerutscht: Er liegt 20% unter seinem Rekordschluss von Ende Juni. Natuerlich steht er damit im Jahresverlauf immer noch mehr als 70% hoeher.
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Vorher aber ein Hinweis auf Mike Dolans Kolumne zur Wochenmitte, in der er unter anderem ueber Russlands Achillesferse im Krieg gegen die Ukraine nachdenkt.
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IST ES 'VORBEI'?
Die Oelpreise schlossen am Dienstag 3% hoeher - nach den neuen militaerischen Schlagabtauschen und der Entscheidung Washingtons, eine Sanktionsausnahme fuer iranisches Oel zu widerrufen, die ab dem 17. Juli gilt.
Sie zogen frueh am Mittwoch nach Trumps Aussagen zum MoU weiter an; Brent notierte bei mehr als 78 USD je Barrel. Haendler duerften nervoes sein, werden den Aufflackerer aber wahrscheinlich als Zwischenfall werten - nicht als nachhaltige Wiederaufnahme der Feindseligkeiten - und die Aussagen des US-Praesidenten weitgehend als Muskelspiel abtun.
Zusaetzlich setzte sich am Dienstag der Ausverkauf bei Chipaktien fort: Der SOX-Chipindex gab in den USA um knapp 5% nach, der Nasdaq verlor mehr als 1%. Auch Elon Musks SpaceX geriet in den Sog und buesste an seinem ersten Tag als Mitglied des Nasdaq-100-Index knapp 7% ein.
Die Aktien der sudkoreanischen Chiphersteller Samsung und SK Hynix schlossen am Mittwoch erneut tiefer, trotz der auffaellig starken Ergebnisse des Erstgenannten am Vortag. In Europa starteten die Kurse ebenfalls im Minus, und die US-Futures lagen vor Handelsbeginn deutlich niedriger.
Anderswo sprang der Neuseeland-Dollar nach oben, nachdem die Zentralbank Neuseelands die Zinsen zur Bekaempfung der Inflation um einen Viertelpunkt auf 2,5% angehoben hatte; weitere Straffungen seien 'voraussichtlich erforderlich'.
Das ist - falls noetig - eine Erinnerung an das weiterhin bestehende Gespenst globaler Preisdrucke. Umso akuter wird das nun, da neue Unsicherheit ueber dem sich eigentlich verbessernden Bild der Energieversorgung im Nahen Osten liegt. Am Mittwoch fielen die Anleihekurse auf breiter Front.
Auch geldpolitisch steht heute die Veroeffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung des vergangenen Monats an, das weiteren Aufschluss ueber die Ueberlegungen der Entscheidungstraeger geben koennte. Es entstand vor den zuletzt gestiegenen Hormuz-Passagen der vergangenen Wochen - eine Erinnerung daran, wie kurz die Halbwertszeit vieler Konjunkturberichte ist.
Chart des Tages
Der sudkoreanische Leitindex KOSPI fiel am Mittwoch um mehr als 5% und liegt damit rund 20% unter seinem Rekordschluss von Ende Juni. Das signalisiert Baerenmarkt-Terrain - trotz der kraeftigen Gewinne in diesem Jahr.
Termine des Tages
o Veroeffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung im Juni
o Auktion 10-jaehriger US-Staatsanleihen (18:00 Uhr EDT)
o Zweiter Tag des NATO-Gipfels in Ankara, Tuerkei
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Die geaeusserten Meinungen sind die der Autorin. Sie spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das sich nach den Trust Principles Integritaet, Unabhaengigkeit und Freiheit von Voreingenommenheit verpflichtet.

















