Rückkehr eines lange vernachlässigten Marktes
Nach dem Boom der 1980er-Jahre und dem darauffolgenden Crash 1990 litt Japan unter drei Jahrzehnten wirtschaftlicher Stagnation und Deflation. Der Aktienmarkt verlor an Strahlkraft, internationale Investoren kehrten dem Land den Rücken.
Doch inzwischen scheint sich das Blatt zu wenden. Die japanischen Behörden haben ihre Unternehmen zu börsenfreundlicheren Reformen gedrängt: bessere Corporate Governance, Abbau von wechselseitigen Beteiligungen, höhere Ausschüttungen an Aktionäre – all das stärkt schrittweise das Vertrauen in den Markt und macht japanische Aktien wieder attraktiver.

Quelle: MarketScreener
Neuer politischer Impuls mit Takaichi – in Kontinuität zu Abe
Der jüngste Kursschub ist eng mit einem politischen Wechsel verknüpft: Die neue Premierministerin Sanae Takaichi, die morgen US-Präsident Donald Trump in Tokio empfangen wird, setzt die wirtschaftspolitische Linie von Shinzo Abe fort – Regierungschef von 2012 bis 2020 und Architekt der expansiven „Abenomics“. Takaichi steht für haushalts- und geldpolitische Impulse, was die Märkte bereits im Vorfeld wohlwollend aufgenommen haben. Seit Monatsbeginn hat der Nikkei mehr als 12 % zugelegt.
Die Nähe Takaichis zu Abe dürfte ihr auch helfen, eine belastbare Beziehung zu Donald Trump aufzubauen. Während seiner ersten Amtszeit pflegte Trump ein enges Verhältnis zum damaligen Premier, die beiden verband unter anderem die gemeinsame Leidenschaft fürs Golfen. „Sie wissen ja, er war einer meiner Favoriten“, erklärte Trump am Samstag vor Journalisten an Bord der Air Force One.
Japan als diversifizierender Hoffnungsträger
Neben den politischen Faktoren spielt auch die globale Marktlage eine Rolle: Angesichts der angespannten Bewertungen an den US-Börsen suchen Investoren zunehmend nach Alternativen – und finden sie in Japan. In Relation erscheinen viele japanische Aktien günstig bewertet.
Nach Einschätzung von JPMorgan bietet kein anderer Aktienmarkt weltweit derzeit ein so attraktives langfristiges Renditepotenzial wie der japanische. Japan ist damit zurück im Visier internationaler Kapitalströme – mit Rückenwind von der Politik, Reformen aus der Wirtschaft und einem Börsenbarometer, das keine Höhenangst kennt.

















