Der IBEX 35 eröffnete am Freitag mit einem leichten Plus und auf neuen historischen Höchstständen. Angetrieben wurde der spanische Leitindex von der Erwartung eines günstigeren Zinsumfelds nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Damit könnte der Index die sechste Sitzung in Folge im Plus abschließen und sich weiterhin auf Rekordniveau bewegen.
Mit noch einem halben Monat bis zum Jahresende 2025 verzeichnet der IBEX bislang einen Anstieg von rund 45 Prozent im laufenden Jahr und nähert sich der Marke von 17.000 Punkten - ein bisher unerreichtes Terrain für den spanischen Aktienindex.
Die Äußerungen des Fed-Präsidenten Jerome Powell sowie das begleitende Statement wurden von den Anlegern als relativ unterstützend gewertet. Powell ließ die Tür für weitere Zinssenkungen in den USA offen, was als positives Signal für die Märkte interpretiert wurde.
Dennoch bleibt die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs im Jahr 2026 bestehen. Während Marktteilnehmer für das kommende Jahr zwei Zinssenkungen erwarten, prognostizieren die Währungshüter lediglich eine Senkung für 2026 und eine weitere für 2027.
In den Vereinigten Staaten untermauerten Arbeitsmarktdaten die Annahme weiterer Zinssenkungen: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen so stark wie seit fast viereinhalb Jahren nicht mehr. Allerdings sind diese Zahlen zu dieser Jahreszeit oft volatil, und der gleitende Vierwochendurchschnitt deutet darauf hin, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin stabil präsentiert.
Hinzu kamen neue politische Impulse aus dem Weißen Haus. Laut Sprecherin Karoline Leavitt begrüßte Präsident Donald Trump die jüngste Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte, forderte jedoch weitere Senkungen der Finanzierungskosten. Trump hat Fed-Chef Powell wiederholt dafür kritisiert, die Kreditzinsen nicht stärker gesenkt zu haben, und führt derzeit Gespräche mit möglichen Nachfolgern, da Powells aktuelle Amtszeit im Mai endet.
Das Wachstum des Index wurde durch erneute Unsicherheiten im Technologiesektor gebremst. Nach den enttäuschenden Prognosen von Oracle in dieser Woche kam die Frage auf, ob die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz ausreichende Renditen bringen werden. Auch Broadcom trug nicht zur Beruhigung bei: Das Unternehmen prognostizierte zwar einen über den Erwartungen liegenden Umsatz für das erste Quartal, warnte jedoch vor Margendruck aufgrund des wachsenden KI-Geschäfts, was die Aktie im elektronischen Handel um 5 Prozent einbrechen ließ.
Bei den Rohstoffen rückten nach einem glänzenden Jahr für Edelmetalle wieder die Industriemetalle in den Fokus. Die Erwartung weiterer Konjunkturmaßnahmen in China trieb die Kupfer-Futures in Shanghai auf ein Allzeithoch.
In ihrem Morgenbericht hoben Analysten von Renta 4 vor Börsenöffnung hervor, dass der Freitag voraussichtlich eine "Übergangssitzung in Erwartung neuer Impulse in der kommenden Woche" sein werde.
"Die nächste Woche wird intensiver, mit Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten aus den USA sowie Sitzungen der Zentralbanken (EZB unveränderte Zinsen, BoE -25 Basispunkte erwartet und BoJ +25 Basispunkte erwartet)."
Um 08:05 GMT am Freitag stieg der spanische Leitindex IBEX 35 um 86,90 Punkte bzw. 0,51 Prozent auf 16.969,90 Punkte, während der europäische Bluechip-Index FTSE Eurofirst 300 um 0,27 Prozent zulegte.
Auf Wochensicht steuert der IBEX auf ein Plus von über 1 Prozent zu und könnte damit die dritte Woche in Folge mit Gewinnen abschließen.
Im Bankensektor legte Santander um 0,98 Prozent zu, BBVA gewann 0,26 Prozent, Caixabank stieg um 0,74 Prozent, Sabadell um 0,96 Prozent, Bankinter verteuerte sich um 0,44 Prozent und Unicaja Banco um 1,03 Prozent.
Unter den großen Nicht-Finanzwerten stieg Telefónica um 0,11 Prozent, Inditex um 0,22 Prozent, Iberdrola verteuerte sich um 0,34 Prozent, Cellnex fiel um 0,24 Prozent und der Ölkonzern Repsol verlor 0,09 Prozent.
(Bericht von Tomás Cobos; bearbeitet von Benjamín Mejías Valencia)


















