Die weltweite Nachfrage nach Konnektivitaet zieht deutlich an und rueckt Japan ins Zentrum dieses Booms.

Japans Exporte von elektronischen Steckverbindern sprangen im Maerz 2026 laut Japan Electronics and IT Industries Association (JEITA) um 12,2% gegenueber dem Vorjahr auf 81,6 Mrd. JPY, waehrend die Auslieferungen passiver Bauteile im April um 18% y/y auf 231,4 Mrd. JPY stiegen. Dieses Wachstum ist ein struktureller Rueckenwind, getrieben vom gleichzeitigen Ausbau von KI-Infrastruktur, Elektrofahrzeugen und Halbleiterinvestitionen.

Der Wandel in der Automobilindustrie ist dabei ein massiver Treiber. Die weltweiten EV-Verkaeufe ueberschritten 2025 die Marke von 20 Mio. Einheiten, wodurch die oeffentliche Ladeinfrastruktur um 28% y/y auf 6,7 Mio. Ladeanschluesse weltweit zulegte. Parallel dazu stuetzt die Japan External Trade Organization (JETRO) das Chip-Oekosystem mit dem Ziel, die inlaendischen Halbleitererloese bis GJ 30 auf 15.000 Mrd. JPY zu steigern und damit langfristige Nachfrage fuer Zulieferer von Automobil- und Ladeinfrastrukturkomponenten zu sichern.

Hirose Electric, ein japanischer Hersteller von Hochleistungs-Steckverbindern fuer Smartphones, Industrieanlagen, Automotive-Systeme und Telekom-Infrastruktur, fuehrt die Gruppe an. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass vor allem ein Segment diesen Fortschritt getragen hat.

Umsaetze wachsen schneller als Gewinne

Der Umsatz im GJ 26 (Ende Maerz 26) stieg um 11,5% y/y auf 211,3 Mrd. JPY nach 189,4 Mrd. JPY im Vorjahr. Moeglich wurde dies durch das Segment General Industrial, das um 32% y/y auf 62 Mrd. JPY nach 47 Mrd. JPY zulegte. Der Bereich General Industrial steuerte insgesamt 29,3% zum Umsatz bei.

Der operative Gewinn im GJ 26 legte jedoch nur minimal um 0,8% y/y auf 43 Mrd. JPY zu, nach 42,7 Mrd. JPY im Vorjahr. In der Folge sank die operative Marge um 220 Basispunkte auf 20,3% nach 22,5% im Vorjahr, vor allem wegen hoeherer Rohstoffkosten infolge des starken Anstiegs der Gold- und Kupferpreise. Zudem sorgten zunehmende Spannungen im Nahen Osten fuer Unsicherheit im operativen Umfeld des verarbeitenden Gewerbes.

Aus demselben Grund stieg der Nettogewinn im GJ 26 lediglich um 0,3% y/y auf 33,14 Mrd. JPY nach 33,03 Mrd. JPY und lag damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Der operative Cashflow sank von 55,7 Mrd. JPY auf 45,9 Mrd. JPY, vor allem aufgrund eines Anstiegs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 7,2 Mrd. JPY, der einen Teil des operativ erwirtschafteten Mittelzuflusses band.

Optimismus ist eingepreist

Der Markt hat die Geschichte von Hirose Electric bereits gespielt: Die Aktie ist in den vergangenen 12 Monaten um 67,8% nach oben geschossen. Der Titel notiert aktuell bei 28.470 JPY und damit 11,5% unter dem 52-Wochen-Hoch von 32.210 JPY.

Wichtiger noch: Der aktuelle Kurs liegt 1,6% ueber dem Konsensziel von 28.013 JPY. Diese Luecke spricht fuer sich: Investoren scheinen optimistischer zu sein als Analysten.

Die Spannung liegt nun bei der Bewertung. Hirose Electric wird mit dem 26,6-Fachen der fuer GJ 27 erwarteten Gewinne gehandelt und damit deutlich ueber dem Drei-Jahres-Durchschnitt beim KGV von 19,3. Die Praemie spiegelt zwar Vertrauen in die Ertragskraft wider, bedeutet aber auch, dass auf dem aktuellen Niveau kaum noch Bewertungspuffer vorhanden ist.

Bemerkenswert: 10 von 14 Analysten empfehlen weiterhin "Buy", die verbleibenden vier stufen die Aktie mit "Hold" ein.

Der Druck nimmt zu

Steigende Rohstoffkosten bleiben eine zentrale Herausforderung, wobei insbesondere hoeherer Goldpreis die Profitabilitaet spuerbar belastet. Die Margen stehen trotz Rekord-Umsatzwachstum weiter unter Druck, waehrend eine schwaechere Nachfrage im mittleren Smartphone-Segment zusaetzlichen Gegenwind erzeugt. Zudem bleibt das Geschaeft Wechselkursschwankungen ausgesetzt, insbesondere rund um den JPY/USD-Kurs. Preisdruck seitens der Kunden koennte die Ergebnisse weiterhin beeintraechtigen.