Die Goldpreise markierten am Montag ein Fast-Wochentief, belastet durch einen festeren Dollar. Gleichzeitig schürte der Anstieg der Ölpreise infolge gescheiterter Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran Inflationsängste und dämpfte die Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr.

Der Spot-Goldpreis notierte um 06:20 Uhr GMT mit einem Minus von 0,4 % bei 4.726,64 Dollar pro Unze, nachdem er zuvor mit 4.643 Dollar den niedrigsten Stand seit dem 7. April erreicht hatte. Die US-Gold-Futures für die Juni-Lieferung fielen um 0,8 % auf 4.748,70 Dollar.

Der Dollar legte um 0,3 % zu, während die Ölpreise wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel kletterten. Hintergrund ist die Vorbereitung einer Blockade nL1N40U07M der Strasse von Hormus durch die US-Marine, die iranische Öllieferungen einschränken könnte, nachdem die USA und der Iran keine Einigung zur Beendigung des Konflikts erzielen konnten. [FRX/] [O/R]

Irans Revolutionsgarden reagierten mit der Warnung, dass sich nähernde Militärschiffe als Bruch des Waffenstillstands betrachtet und hart sowie entschlossen bekämpft würden.

"Der Optimismus bezüglich eines Waffenstillstands hat sich nach dem Scheitern der Friedensgespräche verflüchtigt. Der daraus resultierende Aufwärtsdruck auf den Dollar und die Ölpreise hat Gold erneut in die Defensive gedrängt", sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.

Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar ist der Goldpreis um mehr als 11 % gefallen. Während Inflation und geopolitische Risiken normalerweise die Attraktivität von Gold als Absicherung erhöhen, lasten hohe Zinssätze auf dem unverzinsten Edelmetall.

Ein stärkerer Dollar verteuert zudem das in Greenback denominierte Edelmetall für Inhaber anderer Währungen.

"Sobald die Ölpreise wieder über 100 Dollar steigen, richtet sich die Aufmerksamkeit schnell auf potenzielle Zinserhöhungen der Zentralbanken zur Eindämmung der Inflation. Es ist dieser Zinsausblick, der die Performance von Gold untergräbt", so Waterer.

Händler sehen nun kaum noch Chancen für eine US-Zinssenkung in diesem Jahr, da höhere Energiepreise drohen, in die breitere Inflation einzufliessen und den Spielraum für eine geldpolitische Lockerung einzuschränken. [FEDWATCH]

Vor Beginn des Krieges im Nahen Osten war man noch von zwei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr ausgegangen.

Unter den anderen Metallen fiel der Spot-Silberpreis um 1,9 % auf 74,41 Dollar pro Unze, Platin verlor 0,2 % auf 2.041,89 Dollar, während Palladium um 0,5 % auf 1.527,95 Dollar zulegte.