Der Nasdaq-100 geriet im Sog des Halbleiterindex SOXX unter Druck, der um 5,15 % einbrach. Zwischenzeitlich hatte der Nasdaq-100 sogar bis zu 2,5 % verloren und war auf ein Tagestief von 28.975 Punkten gefallen, bevor sich die Verluste etwas verringerten. Zu den größten Verlierern zählten Intel (-9,7 %), AMD und Applied Materials (je -6,8 %), Arm (-6 %) sowie Micron (-5,6 %), nachdem Samsung um 6,9 % eingebrochen war.

Kurz vor Redaktionsschluss kündigte Amazon eine neue Anleiheemission über 25 Mrd. US-Dollar zur Finanzierung seiner Investitionen in Künstliche Intelligenz an. Sie folgt auf eine frühere Emission im Volumen von 37 Mrd. US-Dollar.

Der Nasdaq Composite und die Nebenwerte im Russell 2000 hielten sich mit Rückgängen von 1,2 % beziehungsweise 0,9 % etwas besser. Anleger bevorzugten erneut etablierte beziehungsweise defensive Werte, sodass der Dow Jones lediglich um 0,25 % nachgab.

Der Volatilitätsindex VIX, der am Montag mit rund 15,5 Punkten auf den niedrigsten Stand seit Langem gefallen war, legte am Dienstag um 3,6 % auf etwa 16,15 Punkte zu.

Das beherrschende Thema des Tages war jedoch der Ölmarkt. Der Brent-Preis sprang um 6 % auf rund 76 US-Dollar je Barrel, während WTI um 5 % auf etwa 72 US-Dollar zulegte. Auslöser war die Entscheidung des Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums, die Genehmigung für den Verkauf iranischen Öls zu widerrufen.

Ganz überraschend kam dieser Schritt nicht. Zuvor hatte die britische UK Maritime Trade Operations (UKMTO) berichtet, dass iranische Streitkräfte vier Schiffe beschossen hätten, die versuchten, die Straße von Hormus über die als besonders sicher geltende Südroute zu passieren. Vier Angriffe innerhalb von 24 Stunden stellen den höchsten Wert seit dem 8. März dar, als die Meerenge geschlossen worden war.

Die Spannungen verschärften sich zusätzlich, nachdem Katar den Iran für einen Angriff auf einen seiner Flüssigerdgastanker verantwortlich gemacht hatte.

Das geplante Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran scheint damit ernsthaft gefährdet. Aus Washington hieß es, die iranischen Aktionen in der Straße von Hormus seien „für die Vereinigten Staaten völlig inakzeptabel und werden Konsequenzen haben“. Donald Trump drohte zugleich, „sämtliche iranischen Infrastrukturen innerhalb eines Nachmittags auszulöschen“.

Zusätzlichen Gegenwind lieferte eine Umfrage der Federal Reserve Bank of New York. Demnach bleiben die Inflationserwartungen der privaten Haushalte für 2026 mit 3,8 % und für 2027 mit 3,7 % hoch. Dies ist nicht allein auf die erwarteten Kraftstoffpreise zurückzuführen, für die lediglich ein Anstieg von 1,5 % prognostiziert wird.

Der designierte Fed-Chef Kevin Warsh dürfte sich daher mit einer weiterhin robusten Wirtschaft auseinandersetzen müssen. Sowohl die Produktion als auch die Verbraucher senden Signale anhaltender Stärke, während die Inflation in der Wahrnehmung der Haushalte hartnäckig hoch bleibt.

Auch vom Arbeitsmarkt kommen bislang keine eindeutigen Schwächesignale. Die durchschnittlich erwartete Wahrscheinlichkeit, innerhalb der kommenden zwölf Monate den Arbeitsplatz zu verlieren, sank auf 14,1 %, während die Wahrscheinlichkeit, im Falle eines Jobverlusts wieder eine Beschäftigung zu finden, auf 44,9 % stieg.

Die Kombination dieser Faktoren setzte den Anleihemarkt unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 7,3 Basispunkte auf 4,552 %, während die Rendite der 30-jährigen Titel um 6,3 Basispunkte auf 5,057 % kletterte.

Auch die zweijährigen US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf Zinserwartungen reagieren, verzeichneten einen Anstieg um 6 Basispunkte auf 4,185 %. Damit erreichten sie den dritthöchsten Schlussstand seit dem 22. und 23. Juni.