WASHINGTON, 12. Dezember – Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat am Freitag angekündigt, das von Boeing vorgeschlagene erweiterte Cockpit-Alarmierungssystem für die Boeing 737 MAX 10 zu überprüfen. Dieses soll ein synthetisches, verbessertes Anstellwinkel-System sowie eine Möglichkeit zum Abschalten von Strömungsabriss- und Übergeschwindigkeitswarnungen umfassen.
Im Dezember 2022 hatte der Kongress einer Fristverlängerung zugestimmt, die eine neue Sicherheitsnorm für moderne Cockpitanzeigen bei der MAX 7 und MAX 10 vorschreibt. Allerdings müssen Flugzeuge innerhalb von drei Jahren nach der Zulassung der MAX 10 mit zukünftigen Sicherheitsverbesserungen nachgerüstet werden. Diese Vorgaben wurden vom Kongress im Rahmen der Reform der Flugzeugzulassung beschlossen, nachdem zwei tödliche Abstürze der 737 MAX in Indonesien und Äthiopien 346 Menschenleben forderten und zur 20-monatigen Stilllegung des Flugzeugtyps führten.
Die FAA erklärte, sie werde auch Designänderungen prüfen und zertifizieren, die die geforderten Sicherheitsverbesserungen in alle anderen Modelle der Boeing 737 MAX integrieren. Außerdem werde sie überwachen, dass Boeing die notwendigen Schritte unternimmt, um den Fluggesellschaften rechtzeitig die erforderlichen Serviceinformationen bereitzustellen, damit die Fristen eingehalten werden.
Boeing lehnte eine sofortige Stellungnahme ab.
Boeing, das derzeit die MAX 8 und MAX 9 zum Verkauf anbietet, hat seit Jahren Schwierigkeiten, von der FAA die Zulassung für die neuen Varianten MAX 7 (kürzer) und MAX 10 (länger) zu erhalten. Am Donnerstag sagte Bob Jordan, CEO von Southwest Airlines, gegenüber Reuters, er erwarte die Zulassung der MAX 7 bis August 2026. Die US-Fluggesellschaft plane, das kleinere Single-Aisle-Modell im ersten Quartal 2027 in Betrieb zu nehmen.
Boeing sieht sich bei der Zulassung der Modelle MAX 7 und MAX 10 mit Verzögerungen aufgrund eines Problems mit der Triebwerksenteisung konfrontiert. Auch bei der Zulassung des Großraumjets 777X gab es Verzögerungen. Im Oktober hatte die FAA Boeing die Erlaubnis erteilt, die Produktion der 737 MAX auf 42 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen – damit endete die seit Januar 2024 geltende Obergrenze von 38 Maschinen pro Monat. Die FAA hatte die beispiellose Produktionsobergrenze kurz nach einem Zwischenfall im Jahr 2024 verhängt, bei dem bei einem neuen 737 MAX 9 von Alaska Airlines vier wichtige Bolzen an einem Türverschluss fehlten. Dies führte dazu, dass sich in 16.000 Fuß (4.900 m) Höhe ein großes Loch im Rumpf öffnete. Der Vorfall deckte weitreichende Sicherheits- und Qualitätsmängel bei der Produktion von Boeing auf.



















