Europàische Màrkte verschnaufen nach dem gestrigen Kurssprung
Die wichtigsten europàischen Börsen dürften am Mittwochmorgen mit negativen Vorzeichen eröffnen. Die Anleger scheinen nach der kràftigen Erholung des Vortages eine Verschnaufpause einzulegen, wàhrend sie auf die Veröffentlichung der jüngsten Inflationsdaten aus den USA warten. Die Terminkontrakte deuten derzeit auf ein Minus von 0,8% für den CAC 40, 0,5% für den DAX und 0,8% für den Euro STOXX 50 hin.
Veröffentlicht am 11.03.2026 um 08:41
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Die Erholung verliert bereits an Schwung
Die Anleger begrüßten die Erklàrungen von Donald Trump, wonach "der Krieg fast am Ende" sei. Doch diese ermutigenden Worte haben nun weniger Einfluss auf den Trend, zumal der US-Pràsident spàter pràzisierte, dass der Konflikt zwar bald, aber nicht mehr in dieser Woche enden werde.
Nach einem historischen Einbruch von mehr als 11% am gestrigen Tag - dem stàrksten Rückgang innerhalb einer Sitzung seit Màrz 2022 - stabilisiert sich die Sorte Brent heute Morgen bei rund 87,7 Dollar. Dies entspricht immer noch einer "Risikopràmie" von etwa 20% im Vergleich zum Niveau vor den Angriffen gegen den Iran.
Infolgedessen dominieren erneut die Unsicherheiten über die Dauer der Auseinandersetzungen, deren Auswirkungen auf Wachstum und Inflation durch steigende Rohstoffpreise sowie auf die Geldpolitik der Zentralbanken das Geschehen.
"Man muss ehrlich sein: In der Realitàt làsst die Deeskalation noch immer auf sich warten", kommentierte Michael Brown, Stratege bei Pepperstone, heute Morgen.
"Wir beobachten weiterhin keine nennenswerte Wiederaufnahme des Verkehrs in der Straße von Hormus", stellt der Analyst fest. "Die gestrigen Gerüchte über eine Eskorte von Tankern durch die Navy wurden schnell zerstreut, und was noch besorgniserregender ist: US-Geheimdienste berichten, dass der Iran dabei sei, Minen in der Region zu legen", führt er fort.
"Sollte sich dies bestàtigen, wàre das ein echter 'Game Changer' im negativen Sinne, da es jeden Versuch, die Meerenge wieder zu öffnen, unendlich komplexer und riskanter machen würde", so der Stratege abschließend.
Die Euphorie verfliegt: Geopolitik gewinnt wieder die Oberhand
Die Wall Street erlebte am Dienstag einen unruhigen Handelstag mit wechselnden Phasen von Gewinnen und Verlusten und schloss letztlich im Minus: Der Dow Jones verlor 0,1% und der S&P 500 gab um 0,2% nach.
Die Terminkontrakte auf die wichtigsten US-Indizes deuten jedoch auf eine höhere Eröffnung der Wall Street am Mittwoch hin, im Kielwasser der guten Ergebnisse, die der Unternehmenssoftware-Entwickler Oracle nach Börsenschluss veröffentlicht hat.
Der US-Konzern legte Zahlen vor, die die Erwartungen übertrafen, getrieben durch eine starke Nachfrage nach seinen Cloud-Computing-Diensten im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 17,19 Milliarden Dollar und lag damit über der durchschnittlichen Analystenschàtzung von 16,91 Milliarden Dollar.
Infolge dieser Veröffentlichung stieg die Aktie des in Austin ansàssigen Konzerns im nachbörslichen Handel um mehr als 11%.
Diese Aussicht erklàrte die eher positive Bilanz des heutigen Handelstages in Asien, wo der Nikkei in Tokio zum Handelsschluss um 1,4% zulegte.
Die Volatilitàt bleibt zudem deutlich über dem Niveau der letzten Monate und tendiert nur schwer zur Normalisierung: In New York bleibt der VIX-Index mit über 22 oberhalb der Marke von 20, was auf Marktstress hindeutet. Sein Pendant für den Euro STOXX bleibt mit über 25 ebenfalls erhöht.
Wàhrend einige Vermittler wie die Deutsche Bank dazu raten, die jüngste Schwàchephase zum Einstieg bei günstig bewerteten Titeln zu nutzen, raten andere zur Vorsicht, um nicht von einer erneuten Marktwende überrascht zu werden.
"Es ist selten einfach, geopolitische Ereignisse klar zu durchschauen, da die aktuelle US-Regierung Unsicherheit offenbar als Verhandlungsstrategie einsetzt", erinnern die Experten von Janus Henderson.
"Was wir aus den Ereignissen der letzten Tage mitnehmen können, ist, dass der Konflikt lànger dauern könnte, als viele ursprünglich gehofft hatten", fügt der Asset Manager hinzu.
"Dies bedeutet, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen größer sein könnten, und die Màrkte haben reagiert, indem sie diese Entwicklung in ihre Kurse eingepreist haben", erklàrt er.
In dieser Hinsicht wird der Markt um 13:30 Uhr besonders auf die Veröffentlichung der jüngsten US-Inflationsdaten achten. Diese werden für Februar relativ stabil bei etwa 2,5% auf Jahressicht erwartet, dürften sich aber im Màrz infolge des jüngsten Anstiegs der Energiepreise wieder deutlich erhöhen.
Ebenfalls mit Spannung erwartet wird der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, der am Freitag veröffentlicht wird.

















