Europäische Börsen schließen uneinheitlich ab
Während die Wall Street heute aufgrund des "President's Day" geschlossen blieb, beendeten die wichtigsten europäischen Börsen den Handelstag ohne klare Richtung: London verzeichnete mit einem zaghaften Plus von 0,25% die beste Entwicklung. Die City liegt damit vor Paris (+0,06%) und Frankfurt (-0,41%).
Veröffentlicht am 16.02.2026 um 17:58
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Auch die Société Générale legte um 2,9% zu, gestützt durch eine positive Einschätzung von Goldman Sachs. Die US-Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung und hob das 12-Monats-Kursziel um rund 15% auf 84 EUR an.
Dagegen erlebte Dassault Systèmes einen regelrechten Albtraumtag. Die Aktie setzte ihren Absturz fort und verlor 10,4%, womit das Minus innerhalb von vier Sitzungen nun bei etwa 28% liegt. Berenberg senkte das Kursziel von 30,3 auf 23 EUR. AlphaValue stufte die Empfehlung von Kaufen auf Reduzieren herab.
Weitere Werte in Bewegung
In Deutschland belastete insbesondere der Rückgang von Siemens (-6,1%) den DAX. Die Aktie ist stark den Sorgen rund um künstliche Intelligenz ausgesetzt.
"Wir erleben eine Dislokation der Märkte. Die Indizes bewegen sich nahe an historischen Höchstständen, aber einzelne Sektoren verzeichnen beispiellose Einbrüche. Ursache sind übertriebene Bedenken bezüglich KI und viel Spekulation", betonte heute Morgen Christopher Dembik, Investmentstratege bei Pictet AM.
Seiner Ansicht nach haben "spekulative Fonds, die bislang mit Short-Positionen auf Softwareunternehmen erfolgreich waren, ihre Einsätze in den letzten Tagen erhöht. Das bedeutet, dass der Abwärtstrend im Sektor wahrscheinlich noch nicht vorbei ist. Ähnlich ist es bei den 'Magnificent Seven', die trotz starker Ergebnisse einen schwachen Jahresauftakt hinlegen und den S&P 500 unterperformen", so der Spezialist.
Grégoire Kounowski, Investmentberater bei Norman K, hat den Eindruck, dass die Weltwirtschaft nun auf ein multipolares Modell zusteuert, das sich um mehrere Pole – insbesondere die USA, China und Europa – strukturiert, wobei jeder Akteur seine strategische Autonomie stärken will. "Diese Entwicklung verstärkt die Notwendigkeit einer breiteren Diversifikation der Portfolios, sowohl geografisch als auch währungsmäßig sowie über Rohstoffe."
Andernorts in Europa gewann Orsted 4,5%, gestützt durch eine Analyse von Kepler Cheuvreux, die die Empfehlung von Halten auf Kaufen anhob und ein Kursziel von 175 DKK setzte. Morgan Stanley wiederum hob sein Ziel für die Aktie von 147 auf 160 DKK an.
Dagegen gab Norsk Hydro um 1,6% nach, nachdem Goldman Sachs die Empfehlung von Halten auf Verkaufen senkte und ein Ziel von 69 NOK festlegte.
Fragen zu den Makrodaten
Im Bereich der Statistiken schrumpfte die saisonbereinigte Industrieproduktion im Euroraum zwischen November und Dezember um 1,4% und in der Europäischen Union um 0,8%.
Erst morgen werden der ZEW-Index in Deutschland (ein monatlich veröffentlichter Frühindikator für das Wirtschaftsklima) und der Empire-State-Index in den USA (misst die Produktionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Bundesstaates New York) veröffentlicht.
Analysten bei Nomura erwarten für das vierte Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg der Löhne im Euroraum mit mittelfristigen Aufwärtsrisiken. "Die europäischen Entscheidungsträger scheinen einer mehrgleisigen Entwicklung Europas zugeneigt zu sein, um das Wachstum zu fördern", so das Analysehaus.
Außerdem verwies Morgan Stanley heute Morgen erneut auf den Verbraucherpreisindex in den USA, der moderater als erwartet ausfiel. Dies dürfte die Erwartungen an geldpolitische Lockerungen durch die US-Notenbank neu beleben. "Die Märkte preisen nunmehr rund 60 Basispunkte an Zinssenkungen bis Ende 2026 ein, zuvor waren es 50", so die Analysten.
In den kommenden Tagen werden die Marktteilnehmer zudem die Entscheidungen des Obersten US-Gerichtshofs aufmerksam verfolgen. Dieser muss über die Rechtmäßigkeit der im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) eingeführten Zölle entscheiden. "Die nächsten möglichen Entscheidungstage sind der 20., 24. und 25. Februar. Achtung: Wie schon im Januar könnte das finale Urteil auch in den März verschoben werden", warnt Christopher Dembik.
Am Anleihemarkt bewegt sich die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe bei 2,74%, während die französische OAT gleicher Laufzeit bei 3,33% liegt, was einem Spread von 59 Basispunkten entspricht.
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In London notiert Brent Öl bei rund 68,5 USD je Barrel (+1,2%). Der Goldpreis gibt um 1,2% nach und liegt bei 4.980 USD je Unze. Der Euro verliert 0,1% gegenüber dem US-Dollar und steht bei etwa 1,185 USD.


















