Der paneuropäische STOXX 600 schloss mit einem Minus von 0,7 % bei 612,14 Punkten, verbuchte jedoch den zweiten Wochengewinn in Folge, wenn auch nur geringfügig. Die wichtigsten Regionalmärkte folgten diesem Trend, wobei der deutsche DAX mit einem Rückgang von 1,3 % die Verluste anführte.
Washington erklärte, man erwarte bereits für Freitag eine Reaktion des Irans auf den jüngsten Vorschlag zur Beendigung des Golfkonflikts, während es gleichzeitig zu Zusammenstößen zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften kam und die Vereinigten Arabischen Emirate erneut angegriffen wurden.
'Die Anleger begreifen allmählich, dass der Weg zu einem Friedensabkommen weder reibungslos noch linear verlaufen wird und dass es auf diesem Weg Rückschläge und Unstimmigkeiten geben wird', sagte Richard Flax, Chief Investment Officer bei Moneyfarm.
Europäische Aktien reagieren weiterhin sensibel auf geopolitische Schlagzeilen, wobei die Energieabhängigkeit der Region die Sorgen um Inflation und Wirtschaftswachstum verstärkt.
Zusätzlich belastet wurde die Stimmung durch die Warnung von US-Präsident Donald Trump, dass der Europäischen Union 'deutlich höhere' Zölle drohen, falls die Handelszusagen bis zum 4. Juli nicht erfüllt werden.
Die meisten STOXX-Subsektoren gaben nach, wobei Finanz- und Industriewerte mit einem Minus von 0,7 % bzw. 1,5 % die größten Belastungsfaktoren darstellten.
Rheinmetall brachen um 9,2 % ein, nachdem JPMorgan den Rüstungskonzern von 'Overweight' auf 'Neutral' herabstufte. Die in dieser Woche vorgelegten Zahlen zeigten einen Umsatz im ersten Quartal, der hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Der Verteidigungssektor insgesamt verlor 3,6 %.
Die British-Airways-Mutter IAG büßte 2,8 % ein, nachdem sie aufgrund massiv gestiegener Kerosinkosten einen niedrigeren Jahresgewinn als erwartet prognostizierte. Der Reiseindex sank um 1,4 %.
Die Commerzbank kündigte den Abbau von 3.000 Stellen an, um die Profitabilität zu steigern und gleichzeitig eine Übernahme durch die italienische UniCredit abzuwehren. Die Aktien schlossen 3,9 % bzw. 1,3 % tiefer.
Amadeus legten um 1,9 % zu, nachdem das spanische Reisetechnologieunternehmen ein Quartalsergebnis (EBITDA) über den Markterwartungen gemeldet und seine Prognosen bestätigt hatte.
Unterdessen erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Zentralbank sei gut aufgestellt, um auf einen etwaigen Inflationsanstieg zu reagieren, während Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel vor zunehmenden Inflationsrisiken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg warnte.
Die Märkte preisen für dieses Jahr zwei oder mehr Zinserhöhungen der EZB ein.
In den USA stieg die Zahl der Erwerbstätigen im April stärker als erwartet, was auf einen robusten Arbeitsmarkt hindeutet und die Erwartung bestärkt, dass die Federal Reserve die Zinsen noch einige Zeit unverändert lassen wird.


















