🎯 Die 5 Stories der Woche
Die Schleusen öffnen
Angesichts des starken Anstiegs der Ölpreise haben die 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) die Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel Öl angekündigt. Diese Maßnahme ist bedeutend, da sie rund ein Drittel der strategischen Reserven der 32 IEA-Mitgliedsländer entspricht. Dennoch hat sie bislang keine Entspannung bei den Preisen gebracht: Ein Barrel Brent notiert weiterhin um die Marke von 100 Dollar. Denn das Gleichgewicht am Ölmarkt ist vor allem eine Frage der laufenden Angebotsströme – nicht der Lagerbestände.
Die entscheidende Frage lautet daher, wie viele zusätzliche Barrel täglich auf den Markt gebracht werden können. Citigroup schätzt, dass derzeit zwischen 11 und 16 Millionen Barrel pro Tag aus der Region des Persischen Golfs fehlen. Die Mobilisierung strategischer Reserven kann nur einen Teil dieser Lücke schließen. Und dann wäre da noch Putin...
Ein Krieg, der bald enden könnte. Oder auch nicht.
Der Konflikt mit dem Iran könnte sehr bald enden – aber man müsse ihn bis zum Ende führen. So lässt sich die Kommunikation von Donald Trump in dieser Woche in etwa zusammenfassen. Machen Sie sich Ihren Reim darauf. Was man aus der amerikanischen Presse herausliest: Das Weiße Haus gibt sich nur noch einige Wochen Zeit, höchstens. Danach dürfte der Anstieg der Energiepreise zu einem echten politischen Problem werden – nur wenige Monate vor den Midterm-Wahlen. Doch der US-Präsident hat einen regionalen Konflikt mit globalen Folgen ausgelöst. Eine bloße Erklärung à la „Mission erfüllt“ wird kaum ausreichen, um zur Normalität zurückzukehren.
Kurze Aufhellung – und Wolken am Horizont
Im Februar ist die Kerninflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Das wäre eigentlich eine sehr gute Nachricht, doch die Märkte reagierten kaum auf den Bericht. Erstens spielen technische Faktoren derzeit in die Karten dieser Entwicklung. Zweitens zeigt sich der disinflationäre Trend im PCE-Index – dem von der Federal Reserve bevorzugten Inflationsmaß – deutlich weniger klar. Und schließlich, vor allem aber, erwarten Investoren in den kommenden Monaten eine Umkehr der Entwicklung, angesichts des energiepreisbedingten Schocks durch den Konflikt im Nahen Osten.
Das Ende der Talfahrt für Oracle?
Die Aktie von Oracle hatte in den vergangenen sechs Monaten rund 50 % verloren, da der Markt zunehmend Zweifel am Erfolg von Oracles strategischem Schwenk in Richtung Künstliche Intelligenz hegte. In dieser Woche sorgten jedoch die Quartalsergebnisse für Beruhigung bei den Investoren. Das Unternehmen erklärte, dass der Boom bei Rechenzentren für KI-Anwendungen seinen Umsatz bis mindestens 2027 über die Erwartungen der Wall Street hinaus treiben dürfte.
Der Bund auf dem höchsten Stand seit 2023
Bei den Zinsen hat sich das Bild vollständig gedreht. In weniger als zwei Wochen haben der Konflikt im Nahen Osten und seine inflationären Folgen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe – die europäische Referenz – auf den höchsten Stand seit Ende 2023 steigen lassen. Ein paar weitere Basispunkte würden sie sogar auf ein 15-Jahres-Hoch bringen. Der Zinsanstieg erklärt sich auch durch Erwartungen höherer staatlicher Ausgaben, mit denen Regierungen die Folgen des Energieschocks abfedern wollen.
Best of the rest
Jeden Tag veröffentlichen Banken und Broker Analysen zu börsennotierten Unternehmen. Diese Einschätzungen werden von den Medien aufgegriffen, in Fernsehsendungen diskutiert und in Nachrichtenströme integriert: „Die Aktie steigt nach einer positiven Studie von…“, „Der Titel fällt nach einer Herabstufung…“. Für viele Privatanleger wirken solche Ankündigungen wie Urteile von oben. In Wirklichkeit sind sie das Produkt eines sehr spezifischen Marktes: dem Markt für Aktienresearch.
Die Aktien der Woche
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