Diese Frage stellt sich immer dann, wenn die Indizes in turbulente Phasen geraten: Ist der Rücksetzer bereits eine Einstiegsgelegenheit? Nachdem der Nasdaq in den Korrekturbereich gerutscht ist – ein Minus von 10 % gegenüber dem Hoch – und der S&P 500 fünf Verlustwochen in Folge verzeichnet hat, beschäftigt genau diese Frage die Investoren.

Der Krieg in Iran hat die Energiepreise nach oben getrieben. Der Preis für ein Barrel Brent dürfte im März den stärksten monatlichen Anstieg seiner Geschichte verzeichnen. Ein Schock, der die Inflationssorgen neu entfacht und zugleich das Wachstum belasten dürfte.

Doch auch wenn das makroökonomische Szenario deutlich eingetrübt ist, haben die Analysten ihre Gewinnerwartungen bislang nicht nach unten angepasst. Im Gegenteil: Diese sind in den vergangenen Wochen sogar leicht gestiegen. Für das erste Quartal rechnen sie mit einem Gewinnwachstum je Aktie von 13 %, für das Gesamtjahr mit 17 % bei den Unternehmen des S&P 500.

Vereinfacht gesagt: Der Anstieg der Energiepreise hat die Gewinnschätzungen im Energiesektor nach oben getrieben, während die Anpassungen in den übrigen Sektoren bislang begrenzt geblieben sind. Entsprechend wurden die Kursziele für Energiewerte spürbar angehoben.

Quelle: Factset

Kombiniert man fallende Indizes mit leicht steigenden Gewinnerwartungen, ergibt sich ein deutlich entspannteres Bewertungsniveau. Der S&P 500 wird inzwischen mit weniger als dem 20-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Damit ist es das erste Mal seit dem Zollschock im vergangenen April, dass der Index wieder in die Nähe seines Fünfjahresdurchschnitts (19,9) zurückkehrt.

Quelle: Factset