-12.000 Milliarden Dollar: Rekord oder optische Täuschung?
Im vergangenen Monat haben die globalen Aktienmärkte laut Bloomberg 11.861 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren – ein absoluter Monatsrekord. Die entsprechende Grafik stellt diesen Wert den schlimmsten Monaten der Jahre 2008 und März 2020 gegenüber, die beide darunter liegen. Allerdings belief sich die weltweite Marktkapitalisierung auf dem Hoch im Oktober 2025 auf mehr als 148.000 Milliarden US-Dollar. Der Verlust im März entspricht damit rund 10 % dieses Wertes.
Zum Vergleich: 2008 lag die Marktkapitalisierung bei etwa 60.000 Milliarden US-Dollar, also gut halb so hoch wie heute. Ein Rückgang um 12.000 Milliarden hätte damals rund 20 % des Marktes entsprochen – gegenüber weniger als 10 % heute. Historisch ist also weniger der Schock als vielmehr die schiere Größe des Marktes.

Quelle: Bloomberg, David Ingles
Die Türkei verzehrt ihre Goldreserven so schnell wie seit sieben Jahren nicht mehr
Die Türkei hat laut Bilan innerhalb einer Woche 50 Tonnen Gold verloren – der stärkste wöchentliche Rückgang seit 2018. Nach Angaben von ING sind die Nettoreserven ohne Swap-Geschäfte von 78,6 Milliarden US-Dollar Ende Februar auf rund 18 Milliarden Anfang April gefallen. Insgesamt wurden seit Beginn des Konflikts mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Devisen verkauft, so Bloomberg. Hinzu kommen laut Financial Times rund 20 Milliarden US-Dollar an Gold-Devisen-Transaktionen in London. Das Muster ist bekannt: Zunächst werden Devisen eingesetzt, anschließend – wenn diese erschöpft sind – die Goldreserven.
Die Einstellung der iranischen Gasexporte am 24. März, dem zweitwichtigsten Pipeline-Lieferanten laut Futunn News, hat den Druck zusätzlich erhöht. Die Lira markierte in 16 Sitzungen elf neue Tiefstände. Die Türkei hatte Gold im Wert von 135 Milliarden US-Dollar aufgebaut, um sich gegen Krisen zu wappnen. Doch wenn die Krise den Energiesektor trifft und Zahlungen in Dollar erforderlich werden, verwandelt sich Gold von einem Schutzschild in eine Liquiditätsreserve.
Quelle: Global Markets Investor @GlobalMktObserv
Samsung sprengt die Erwartungen
Samsung hat die Märkte mit außergewöhnlich starken Prognosen für das erste Quartal 2026 überrascht. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzanstieg von 41 % und einem Gewinnsprung von 68 %. Treiber ist die explosionsartige Nachfrage nach KI-bezogenen Chips, die sich als zentraler Wachstumsmotor des Konzerns erweisen. Die erwarteten Ergebnisse liegen deutlich über den Analystenschätzungen.
China gegen den Strom
Der Krieg treibt über steigende Energiepreise die Inflation an und zwingt die Zentralbanken, die Zinsen länger hoch zu halten. Die Folge: Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen steigen weltweit kräftig – von den USA über Deutschland bis hin zu Großbritannien und Japan.
China bildet hier eine klare Ausnahme. Die Renditen bleiben stabil oder gehen sogar leicht zurück. Diese Divergenz lässt sich durch eine weiterhin niedrige Inflation, ein besseres Management der Energieversorgung (etwa durch größere Lagerbestände) sowie Kapitalverkehrskontrollen erklären, die die Inlandsnachfrage nach Staatsanleihen stützen. Der chinesische Anleihemarkt erscheint damit als abgeschotteter Raum und zugleich als sicherer Hafen. Allerdings führte die jüngste Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zuletzt auch hier zu leicht rückläufigen Renditen.

Quelle: Financial Times





















