Der Wochenbeginn ist geprägt von der wieder aufgeflammten Unsicherheit in den USA nach der Aufhebung eines Teils ihres Zollprogramms und durch die Ankündigung neuer Abgaben durch Präsident Donald Trump. Diese Faktoren führten zu erneuten Verkäufen amerikanischer Vermögenswerte und setzten den Dollar sowie die Wall-Street-Futures unter Druck.
Am Samstag erklärte Trump, dass er den temporären Zoll auf Importe in die USA aus allen Ländern von 10% auf 15% erhöhen werde, das gesetzlich maximal zulässige Niveau, nachdem der Oberste Gerichtshof große Teile seiner protektionistischen Maßnahmen aufgehoben hatte.
Die Europäische Kommission reagierte darauf, indem sie von Washington die Einhaltung der im vergangenen Jahr erzielten Handelsvereinbarung forderte.
"Ein Unsicherheitsfaktor, der bereits als überwunden galt, wird wieder aktiviert. Die Rückzahlungen von Zöllen entsprechen etwa 0,5% des BIP, wodurch das Haushaltsdefizit auf 6,6% steigen würde. Das wird die amerikanischen Anleihen schwächen (...) und in der Folge auch die amerikanische Börse", erklären Analysten von Bankinter in ihrem Telegram-Kanal.
Auf Unternehmensebene warten die Anleger am Mittwoch auf die Ergebnisse des Technologieriesen Nvidia, die als Gradmesser für die Gesundheit der Investitionen in künstliche Intelligenz dienen werden. Analysten erwarten einen Anstieg des Gewinns je Aktie um 71%.
"(Nvidia) enttäuscht selten, aber falls es passiert, weil der Markt extrem anspruchsvoll geworden ist, würden wir empfehlen, Schwächen zum Kauf zu nutzen. Halbleiter stellen den 'physischsten Teil' der Technologie dar und sind daher in diesem unsicheren Umfeld am besten geschützt", so Bankinter.
Auch geopolitische Entwicklungen beeinflussen die Stimmung, denn am Donnerstag ist in Genf eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran geplant, wobei das Risiko amerikanischer Militärschlage weiterhin besteht, falls keine Einigung erzielt wird.
Auf der Makroagenda steht am Montag ein Auftritt der EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland um 09:00 GMT.
Im Laufe der Woche werden Indikatoren zum Wirtschaftsklima im Euroraum (Donnerstag) und vorläufige Inflationsdaten für Spanien und Deutschland (Freitag) erwartet.
Am Montag um 08:02 GMT stieg der spanische Leitindex IBEX 35 um 94,30 Punkte bzw. 0,52% auf 18.280,30 Punkte und lag damit über seinem bisherigen Schlussrekord (18.186 Punkte vom 20. Februar), während der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 um 0,20% nachgab.
Der Index zeigte in den letzten Sitzungen eine starke Volatilität, schloss aber am Freitag mit einem Wochenplus von 3%, was ihn wieder auf das Niveau von 18.000 Punkten brachte und nahe an das Allzeithoch heranführte.
Im Bankensektor stieg Santander um 1,39%, BBVA gewann 0,78%, Caixabank legte 1,09% zu, Sabadell stieg um 1,79%, Bankinter verteuerte sich um 2,02% und Unicaja Banco legte 1,18% zu.
Unter den großen nichtfinanziellen Werten gewann Telefónica 0,31%, Inditex verlor 0,31%, Iberdrola stieg um 0,66%, Cellnex bewegte sich kaum und der Ölkonzern Repsol verlor 0,14%.
Außerhalb des IBEX stieg Línea Directa nach der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das vierte Quartal um mehr als 6%.
(Informationen von Tomás Cobos; bearbeitet von Jorge Ollero Castela)


















