Während die Anleger ihre Wetten auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) weiter zurückfahren, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Inflationsdaten am Freitag.
Die Beschäftigungsentwicklung im Januar überraschte positiv und die Arbeitslosenquote sank auf 4,3%. Einige Stimmen warnen jedoch, dass die Statistik die Stärke des Arbeitsmarktes überschätzen könnte, da die Revisionen der Vormonate darauf hindeuteten, dass im Jahr 2025 lediglich 181.000 Stellen geschaffen wurden – weit entfernt von den zuvor angenommenen 584.000.
Das Wertpapierhaus Renta 4 hebt hervor: "Der Markt misst den guten Arbeitsmarktdaten für Januar mehr Gewicht bei, was zu einem Anstieg der Renditen (stärker kurzfristig als langfristig) führt, den ersten Zinsschnitt der Fed im Jahr von Juni auf Juli verschiebt und die Möglichkeit einer dritten Zinssenkung im Jahr 2026 ausschließt."
Laut IRPR, einem Geldmarkt-Futures-Tool von LSEG, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im März bei etwa 20%, während sie für Juni auf etwas mehr als 60% steigt.
Unter den Unternehmensnachrichten hob Siemens seine Jahresprognose an, nachdem die Erwartungen im ersten Quartal übertroffen wurden, was den europäischen Märkten Rückenwind verlieh. Outokumpu übertraf mit seinem operativen Gewinn im vierten Quartal die Erwartungen und prognostizierte kurzfristig steigende Ergebnisse.
Insgesamt hat sich das Bild für die Unternehmensgesundheit in Europa – laut LSEG-Daten – verbessert, wenngleich weiterhin ein Gewinnrückgang für das vierte Quartal erwartet wird, was das schlechteste Ergebnis der letzten sieben Quartale bedeuten könnte.
Am Donnerstag um 08:02 GMT stieg der spanische Leitindex IBEX 35 um 76,20 Punkte bzw. 0,42% auf 18.120,70 Punkte, während der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 um 0,55% zulegte.
Im Bankensektor stieg Santander um 0,38%, BBVA legte 0,84% zu, Caixabank gewann 0,70%, Sabadell stieg um 0,68%, Bankinter verteuerte sich um 0,43% und Unicaja Banco gewann 0,96%.
Bei den großen Nicht-Finanzwerten verlor Telefónica 0,14%, Inditex stieg um 0,81%, Iberdrola gab 0,28% nach und Cellnex legte 0,14% zu.
Hervorzuheben ist Repsol mit einem Anstieg von 0,64% aufgrund positiver Nachrichtenlage. Die libyschen Behörden vergaben mehrere Öl- und Gasexplorationsblöcke an ausländische Ölkonzerne, darunter Repsol. Zudem wird erwartet, dass Chris Wright, US-Energieminister, der sich derzeit in Venezuela aufhält, sich mit Vertretern von Chevron und dem spanischen Ölkonzern sowie weiteren Unternehmen trifft, um über die Wiederbelebung der Ölindustrie des südamerikanischen Landes zu sprechen.
(Bericht von Tomás Cobos, Redaktion: Jorge Ollero Castela)


















