Der IBEX 35 startete am Mittwoch mit einer Aufwärtsbewegung und bewegte sich in der Nähe seiner historischen Höchststände, nachdem sechs Sitzungen mit geringer Volatilität dem Markt keine klare Richtung gegeben hatten – vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und einer Neubewertung der Zinserwartungen.
Die Aufwärtstendenz wird durch Kursgewinne in Asien unterstützt, wenngleich mehrere Unsicherheitsfaktoren bestehen bleiben. Besonders ins Auge sticht die Bedrohung der Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed), die nach der von der Regierung des Präsidenten Donald Trump eingeleiteten strafrechtlichen Untersuchung gegen Jerome Powell weiterhin im Raum steht.
Bislang scheint der Markt das Ereignis als erhöhten Druck auf Zinssenkungen im Wahljahr zu interpretieren – mit der Erwartung, dass der gesunde Menschenverstand obsiegt und es keine strukturellen Änderungen im Management der Geldpolitik geben wird.
Führende Vertreter großer Zentralbanken und Wall-Street-Manager bekräftigten ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit der Fed und warnten, dass politische Einflussnahme zu höherer Inflation, steigenden öffentlichen Finanzierungskosten und größerer wirtschaftlicher Volatilität führen könnte.
Auf der Makroebene fiel der US-Verbraucherpreisindex etwas günstiger aus als erwartet, doch der Anstieg gegenüber dem Vormonat bestärkte die Erwartung, dass die Fed die Zinsen im Januar unverändert lässt.
Am Mittwoch wird der Produzentenpreisindex veröffentlicht, doch der Fokus des Tages liegt auf einer möglichen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über die Rechtmäßigkeit der von Trump eingeführten Zölle.
"Nach den Anhörungen Anfang November zeigten sich mehrere Mitglieder (des Gerichts) skeptisch gegenüber der damaligen Auslegung des Gesetzes, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die gegenseitigen Zölle für ungültig erklärt werden. Das würde den durchschnittlichen Zollsatz von fast 17% auf 9% senken, wobei wir davon ausgehen, dass andere Zölle eingeführt werden, um die Steuereinnahmen zu sichern", erklärten Analysten von Renta 4 in ihrem morgendlichen Bericht.
Das geopolitische Umfeld sorgte für eine weitere Unsicherheitskomponente. Der Premierminister Grönlands bekräftigte, dass sein Land lieber Teil Dänemarks bleiben möchte, als US-Territorium zu werden – während Präsident Trump weiterhin Druck ausübt, um die Kontrolle über die arktische Insel zu übernehmen.
Die Außenminister Dänemarks und Grönlands treffen sich am Mittwoch mit dem US-Vizepräsidenten J. D. Vance und dem Außenminister Marco Rubio.
Darüber hinaus blickt die Welt weiterhin auf den Iran, wo die Proteste gegen das Regime mit mehr als 2.500 Toten niedergeschlagen wurden. US-Präsident Donald Trump forderte die Iraner auf, die Proteste fortzusetzen und versprach Unterstützung, während Teheran die USA und Israel beschuldigte, die Gewalt zu schüren, und die Todesfälle "terroristischen Operationen" mit ausländischer Unterstützung zuschrieb.
In Asien legten die Börsen zu, gestützt durch Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen in Japan, die den Weg für neue fiskalische Stimuli ebnen könnten. Die Anleger bereiten sich auf die Berichtssaison vor, nachdem am Dienstag die Zahlen der US-Investmentbank JP Morgan veröffentlicht wurden.
Vor diesem Hintergrund stieg der spanische Leitindex IBEX 35 am Mittwoch um 0805 GMT um 93,90 Punkte bzw. 0,53% auf 17.781,00 Punkte – der höchste Stand seiner Geschichte. Der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 legte um 0,18% zu.
Im Bankensektor stieg Santander um 0,19%, BBVA legte 0,71% zu, Caixabank gewann 0,19%, während Sabadell um 0,42% nachgab.
Bei den großen Nicht-Bankenwerten fiel Telefónica um 0,18%, Inditex stieg um 0,81%, Iberdrola verteuerte sich um 1,04%, Cellnex legte 0,34% zu und der Ölkonzern Repsol verlor 0,31%.
(Bericht von Tomás Cobos; bearbeitet von Benjamín Mejías Valencia)




















