Bereits im Ausnahmejahr 2023 – das in jeder Hinsicht herausragend war – hatte das Unternehmen offen und unmissverständlich darauf hingewiesen, dass die kommenden Jahre schwierig werden würden. Siehe dazu auch unseren damaligen Ergebnis-Kommentar: Deere & Company: Zykluswechsel
Die Rückgänge sind tatsächlich dramatisch: Der Umsatz ist innerhalb von zwei Jahren um ein Viertel eingebrochen – von 61,2 Milliarden auf 45,8 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis hat sich im selben Zeitraum halbiert – von 13,4 Milliarden auf 6,6 Milliarden US-Dollar.
Die gute Nachricht: Deere ist von der Inflation weniger betroffen als seine Kunden aus der Landwirtschaft. Doch die angespannte Situation der Landwirte bremst zwangsläufig die Ersatzraten und die Nachfrage nach neuen Maschinen.
Eine Erholung zeichnet sich noch nicht ab. Auch das Jahr 2026 dürfte laut Deere erneut schwierig werden. Der Konzern rechnet damit, dass das Nettoergebnis gegenüber 2025 nochmals um ein Fünftel zurückgehen könnte.
Der Markt reagiert entsprechend negativ. Man muss jedoch einräumen, dass die Anleger die jüngsten Warnungen des Unternehmens zuvor mit bemerkenswerter Gelassenheit aufgenommen hatten. Die Aktie gibt zwar von ihren Höchstständen nach; allerdings spiegelten diese auch historisch hohe Bewertungsmultiplikatoren wider.
Die Investoren blieben – vermutlich zu – optimistisch hinsichtlich eines kurzfristigen Aufschwungs. Die vollkommen rationale Unternehmensführung gab jedoch Grund zur Zuversicht: Deere hat die Bewertungs-Tiefs 2023 und 2024 konsequent genutzt, um massiv eigene Aktien zurückzukaufen.
Diese Rückkäufe waren opportunistisch, wohlgetimt und fremdfinanziert. So konnten beinahe 8 % der ausstehenden Aktien zu einer Bewertung zwischen dem Zehn- und Dreizehnfachen des Gewinns vom Markt genommen werden.
Kaum war das Bewertungsmultiple wieder angestiegen, fuhr Deere die Rückkäufe zurück. Zum ersten Mal seit zehn Jahren hat der Konzern zudem – wenn auch nur vorsichtig – mit einer gewissen Entschuldung begonnen. All dies zeugt von einer vernünftigen, pragmatischen Steuerung.
Die Aktie wird mittlerweile wieder mit dem 25-fachen des Gewinns bewertet – und damit zum oberen Rand ihres historischen Bewertungsspektrums. Angesichts der trüben konjunkturellen Aussichten wäre eine länger anhaltende Korrektur daher wenig überraschend.
Das ändert jedoch nichts an der außergewöhnlichen Entwicklung des Konzerns: Deere hat in den vergangenen zwanzig Jahren die Zahl seiner ausstehenden Aktien halbiert, den Gewinn je Aktie versechsfacht und die Dividendenausschüttung verzehnfacht.


















