Auf den ersten Blick konnte Concentrix Schlimmeres verhindern. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um 1 %, der operative Gewinn legte um 3 % zu. Auch beim Free Cashflow gab es positive Signale: Ohne Berücksichtigung der aktienbasierten Vergütung stieg dieser im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 %.

Nach drei Jahren stagnierender Entwicklung – trotz Übernahmen im Umfang von 3,6 Milliarden US-Dollar – dürfte der Free Cashflow im laufenden Geschäftsjahr einen deutlichen Sprung machen. Concentrix plant, rund 240 Millionen Dollar an die Aktionäre auszuschütten, zwei Drittel davon in Form von Aktienrückkäufen.

Diese Zahlen wirken umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund der aktuellen Marktbewertung: Bei einer Börsenkapitalisierung von lediglich drei Milliarden Dollar und einer Unternehmensbewertung – inklusive Nettoverschuldung – von 7,5 Milliarden Dollar sind die Rückkäufe ein klares Signal. Zumal sie zu historisch niedrigen Bewertungsmultiplikatoren erfolgen: Das Verhältnis Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei nur dem Fünffachen, ähnlich wie bei Teleperformance.

Doch die Aggressivität, mit der Concentrix hier agiert, bleibt nicht ohne Risiko. Die Nettoverschuldung von 4,5 Milliarden Dollar entspricht dem Sieben- bis Neunfachen des Free Cashflows – ein extrem schmaler Grat. Jeder Fehltritt könnte fatale Folgen haben.

Der amerikanische Dienstleister verfolgt eine ausgesprochen expansive Akquisitionsstrategie. In diesem Kontext kommt den Margen eine zentrale Bedeutung zu – jede Verschlechterung würde die Verschuldungskennzahlen weiter unter Druck setzen. Immerhin gelingt es Concentrix wie auch Teleperformance derzeit, trotz leichter Erosion eine gewisse Stabilität bei den Margen aufrechtzuerhalten.

CEO Christopher Caldwell betonte zum Wochenschluss, dass der Konsolidierungsprozess in der Branche noch ganz am Anfang stehe und sich in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich beschleunigen dürfte. Ob Concentrix mit einem derart angeschlagenen Aktienkurs und einem so stark belasteten Bilanzbild diese Strategie weiterverfolgen kann, bleibt abzuwarten.

Ein strategischer Vorteil könnte in der Aktionärsstruktur liegen: Die Groupe Bruxelles Lambert hält 15 % an Concentrix – ein Ankerinvestor, der dem Unternehmen in dieser heiklen Phase Stabilität verleihen könnte.