Big Tech ist auf der Calgary Stampede mit von der Partie - ein Zeichen für das wachsende Interesse US-amerikanischer Hyperscaler an Kanada, während die Provinz Alberta gezielt den Ausbau von Rechenzentren vorantreibt.

Üblicherweise stehen bei dem jährlichen Energie-Treffen, das auf das berühmte Rodeo der Stadt abgestimmt ist, Öl- und Gasunternehmen im Mittelpunkt. In diesem Jahr sind jedoch auch US-Technologiekonzerne mit einer deutlich sichtbaren Unternehmenspräsenz vertreten, wie Quellen berichten, die an den Veranstaltungen teilnehmen.

Am auffälligsten ist Alphabet's Google, das die Stampede bereits im zweiten Jahr in Folge als Sponsor unterstützt. Das Unternehmen veranstaltete am Sonntag eine private Feier auf dem Corona Skydeck, einer exklusiven Dachterrasse mit Blick auf das Stampede-Rodeo-Gelände, mit Platz für 300 Gäste.

An der Veranstaltung nahmen nach Angaben einer Reuters-Quelle unter anderem Politiker der Bundesregierung und der Provinz sowie Mitarbeiter von Behörden teil.

Eine Google-Sprecherin bestätigte, dass das Unternehmen in diesem Jahr so präsent ist wie nie zuvor bei der Calgary Stampede.

Zwei Quellen erklärten, dass auch andere Tech-Firmen, darunter Meta und Amazon, an Veranstaltungen und Meetings während der Stampede teilgenommen haben. Beide Unternehmen reagierten nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Meta kündigte am Mittwoch an, ein riesiges Rechenzentrum im Zentrum Albertas zu errichten - das erste des Unternehmens in Kanada -, während es seine Rechenkapazitäten zur Unterstützung des globalen KI-Booms schnell ausbaut. Das Rechenzentrum mit 1 Gigawatt soll in Sturgeon County entstehen und eine Gesamtinvestition von 13 Mrd. C$ beziehungsweise 9,17 Mrd. USD umfassen, teilte Meta mit.

Alberta will Investitionen von 100 Mrd. C$ in Rechenzentren anziehen und verweist dabei auf seine günstigen und reichlich verfügbaren Erdgasressourcen. Bezahlbare Energie, kombiniert mit dem kalten Klima der Provinz, könnte Alberta für US-Hyperscaler attraktiv machen, die in ihrem Heimatmarkt mit Stromengpässen und wachsendem Widerstand in Gemeinden konfrontiert sind.

Nate Glubish, der Technologieminister der Provinz, sagte Reuters zuvor, Alberta führe Gespräche mit mehreren Tech-Unternehmen, die nach Regionen suchen, in denen sie schnell an das Stromnetz angeschlossen werden können.

Alberta bietet Projektträgern zudem die Möglichkeit, eigene Energiequellen zu errichten, um Beschränkungen bei der verfügbaren Stromkapazität zu umgehen.

Während es in der Provinz bislang noch keine Rechenzentren auf dem sogenannten Hyperscale-Niveau gibt (mit einem Bedarf von 50 Megawatt oder mehr), wurden nahezu 100 Projekte vorgeschlagen, und mindestens ein großskaliges Vorhaben steht vor dem Baubeginn.