Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Der deutsche Automarkt hat wegen deutlich sinkender Nachfrage nach Verbrennerautos das Jahr mit einem Minus begonnen. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Januar knapp 194.000 Autos neu zugelassen, ein Rückgang von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Jedes fünfte Fahrzeug war ein reines Elektroauto. Die Neuzulassungen stiegen nach der am Mittwoch vorgelegten Statistik um fast 24 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte sich der Absatz neuer E-Autos mit 43 Prozent Wachstum kräftig vom Einbruch erholt. Bei Benzinern schrumpfte im Januar die Zahl der Neuzulassungen um fast 30 Prozent und bei Dieselmodellen um gut 17 Prozent.
Die schwache Wirtschaft, Arbeitslosigkeit und hohe Neuwagenpreise sorgten weiter für Kaufzurückhaltung, erklärte der Autoexperte der Unternehmensberatung EY, Constantin Gall. Die am 19. Januar vorgestellte Subvention zur Anschaffung von E-Autos werde für etwas Schwung sorgen. "Der Effekt für den Gesamtmarkt wird aber überschaubar sein."
Die Bundesregierung fördert den Kauf neuer Elektroautos mit einer sozial gestaffelten Prämie von bis zu 6000 Euro. Sie gilt rückwirkend ab 1. Januar. Anträge können ab Mai gestellt werden. Nach der jüngsten Auswertung des Branchenkenners Ferdinand Dudenhöffer schmilzt der Preisabstand zwischen den teureren E-Autos und Verbrennermodellen. Einschließlich Rabatten betrug der Verkaufspreis eines Stromers im Dezember 34.500 Euro, nur noch gut 1300 Euro mehr als ein konventioneller Wagen.
Auch in der Autoproduktion in Deutschland bahnt sich das Elektroauto seinen Weg, wie aus Daten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) hervorgeht. Trotz des politischen Tauziehens um die Elektromobilität in Europa erreichte die Produktion von E-Autos in Deutschland 2025 ein Rekordniveau. Die Fertigung der reinen Batterie-Pkw stieg um 15 Prozent auf 1,22 Millionen. Noch stärker legten Plug-in-Hybride zu, die Verbrennungsmotor und elektrischen Antrieb vereinen. Die Autobauer produzierten mit rund 450.000 dieser Modelle 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen rollten 1,67 Millionen Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb von den Bändern, ein Wachstum von 23 Prozent. Die Zahl der neuen Verbrennerautos sank unterdessen um neun Prozent auf 2,48 Millionen.
(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Thomas Seythal)



















