Von Stefanie Haxel

DOW JONES--Die Lufthansa Group dürfte im ersten Quartal den Umsatz gesteigert und den Verlust im Jahresvergleich deutlich verringert haben. Bei der Zahlenvorlage am Mittwoch stehen jedoch die Aussichten für das laufende Jahr im Fokus, die von den Folgen des Nahost-Krieges und den jüngst eskalierten Tarifkonflikten mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und der Kabinengewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) überschattet werden. Anleger interessieren sich auch für die Fortschritte des laufenden Konzernumbaus, im Zuge dessen bis 2030 weltweit 4.000 Stellen in der Verwaltung wegfallen sollen.

WORAUF INVESTOREN ACHTEN SOLLTEN:

TARIFKONFLIKTE: Im April feierte der Airline-Konzern den 100. Geburtstag der Kernmarke Lufthansa, während die Gewerkschaften VC und Ufo mehrere Konzernairlines abwechselnd bestreikten - darunter auch die defizitäre Regionalfluggesellschaft Cityline, die der Konzern dann mit sofortiger Wirkung einstellte und dies mit einem Vorzug der Unternehmensstrategie begründete. Im Raum steht die Frage, wann auf eine Lösung der Konflikte gehofft werden kann und ob die Streikgefahr das Geschäft belastet?

NAHOST-KONFLIKT: Unmittelbar nach Beginn des Iran-Kriegs verzeichnete die Lufthansa Group einen starken Nachfrageanstieg auf der Langstrecke nach Asien und Afrika und stockte Flugfrequenzen auf. Die Ticketpreise stiegen. Doch wegen der enorm gestiegenen Kerosinkosten hat der Konzern inzwischen bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm genommen. Eigentlich sollte die Kapazität der Konzernflotte in diesem Jahr um rund 4 Prozent steigen. Investoren achten auf Aussagen zu weiteren Plänen für das Streckennetz und zur Absicherung der Kerosinkosten.

TAP AIR PORTUGAL: Die Lufthansa Group hat ein unverbindliches Angebot für eine Minderheitsbeteiligung an der staatlichen portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal abgegeben. Die portugiesische Regierung möchte einen Anteil von 49,9 Prozent verkaufen, Hauptdrehkreuz der Fluggesellschaft soll Lissabon bleiben. Auch Air France-KLM hat ihren Hut in den Ring geworfen, während die ursprünglich ebenfalls interessierte International Consolidated Airlines Group (IAG) zurückgezogen hat. Investoren interessierten für die Erfolgsaussichten der Lufthansa-Offerte sowie für Aussagen zur weiteren Branchenkonsolidierung. Der Konzern hat nach dem Einstieg bei der italienischen Fluglinie ITA Airways auch einen Einstieg bei der spanischen Air Europa erwogen, diesen dann aber nicht weiter verfolgt.

PROGNOSE: Im laufenden Jahr 2026 erwartet die Lufthansa Group weiteres Umsatzwachstum, eine "signifikante" Ergebnissteigerung sowie eine weitere Verbesserung seiner Marge. Der Konzern definiert "signifikant" intern als "mindestens 10 Prozent". Die Prognose sei aufgrund der Situation im Nahen Osten mit erhöhter Unsicherheit behaftet, hieß es bei der Vorlage der Geschäftszahlen 2025 Anfang März.

Nachfolgend eine Auswertung der Prognosen von Analysten für das erste Quartal und das Gesamtjahr 2026:


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                                 PROG  PROG  PROG 
1. QUARTAL                       1Q26  ggVj  Zahl    1Q25 
Umsatz                          8.779   +8%   13    8.127 
EBIT bereinigt                   -659    --   13     -722 
EBIT-Marge bereinigt             -7,6    --   13     -8,9 
Ergebnis nach Steuern/Dritten    -317    --    3     -885 
Ergebnis je Aktie               -0,14    --    4    -0,74 
Free Cashflow bereinigt         1.407  +69%    2      835 
 
                                 PROG  PROG  PROG 
GESAMTJAHR                       Gj26  ggVj  Zahl    Gj25 
Umsatz                         43.018   +9%   15   39.597 
EBIT bereinigt                  1.878   -4%   15    1.960 
EBIT-Marge bereinigt              4,4   --    15      4,9 
Ergebnis nach Steuern/Dritten   1.197  -11%   13    1.339 
Ergebnis je Aktie                1,00  -11%   13     1,12 
Free Cashflow bereinigt           889  -25%   12    1.188 
Dividende je Aktie               0,31   -6%   15     0,33 
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ERLÄUTERUNGEN:

- alle Angaben in den Tabellen in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro, Margen in Prozent

- Bilanzierung nach IFRS

- Quellen: Angaben des Unternehmens, Prognosen von Visible Alpha

- ggVj = Veränderung in Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum

- das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr

- alle Angaben ohne Gewähr

Kontakt zur Autorin: stefanie.haxel@wsj.com

DJG/sha/cbr

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May 05, 2026 23:45 ET (03:45 GMT)