Asiatische Aktien gerieten am Freitag unter Druck, als die Euphorie der Anleger über Technologiewerte Inflationsängsten wich. Diese ließen die Renditen von Staatsanleihen auf Einjahreshochs steigen und verstärkten die Wetten auf eine US-Zinserhöhung in diesem Jahr.

Die Ölpreise stiegen angesichts mangelnder Fortschritte bei der Öffnung der Straße von Hormus weiter an, während US-Präsident Donald Trump erklärte, China wolle US-Öl kaufen. Angriffe auf ein Schiff und die Beschlagnahmung eines anderen schürten Sorgen um die Energieversorgung, wobei Brent-Rohöl-Futures in dieser Woche um 5,7% auf 107 Dollar pro Barrel kletterten. 

Alle Augen richten sich auf Peking, wo Trump am Freitag seinen zweitägigen Staatsbesuch abschließen wird. Zu Trumps Delegation gehören Tesla-CEO Elon Musk und Jensen Huang, Chef des Chipherstellers Nvidia. 

Nvidia legte über Nacht um 4,4% zu, nachdem die USA den Verkauf der H200-Chips des Unternehmens an chinesische Firmen genehmigt hatten, was den S&P 500 und den Nasdaq auf neue Rekordhochds hob. 

Die Euphorie griff jedoch nicht auf Asien über. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans fiel am Freitag um 1,2% und machte damit die bisherigen Wochengewinne mehr als zunichte. 

Japans Nikkei gab ebenfalls um 1,2% nach, da Daten zeigten, dass sich die Großhandelsinflation im April auf 4,9% beschleunigte - das höchste Tempo seit drei Jahren. Damit bleibt die Bank of Japan auf Kurs für Zinserhöhungen. 

Der südkoreanische KOSPI überstieg erstmals die Marke von 8.000 Punkten, sah sich dann jedoch Gewinnmitnahmen ausgesetzt und lag zuletzt 3% im Minus. Chinas Blue-Chips gaben um 1% nach, während der Hang Seng Index in Hongkong um 0,9% fiel.

'Präsident Trumps China-Besuch dauert an und bietet eine willkommene Abwechslung von der Angst vor einem Iran-Krieg. Aber genau dorthin kehren wir gerade zurück', sagte Padhraic Garvey, regionaler Forschungsleiter für Amerika bei ING.

'Das zentrale Thema ist die tatsächliche Inflation, die aus Sicht des Treasury-Marktes beunruhigend bleibt. Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die Renditen in den kommenden Wochen nach oben getestet werden.'

DRUCK AUF STAATSANLEIHEN 

Steigende Inflationsrisiken, getrieben durch den Anstieg der Ölpreise, lasten auf dem Appetit der Anleger auf US-Staatsanleihen. Eine Reihe schwacher Auktionen in dieser Woche - von dreijährigen Noten über zehnjährige bis hin zu 30-jährigen Anleihen - unterstreicht die Fragilität des Marktes.

Der jüngste Verkauf 30-jähriger Anleihen endete bei 5,046%, der höchsten Rendite für diese Laufzeit seit August 2007. Die höhere Rendite lockte am Donnerstag zwar einige Käufer an, doch die Renditen 30-jähriger Treasuries befanden sich am Freitag erneut im Aufwind und stiegen um 5 Basispunkte auf 5,06%, den höchsten Stand seit Juli 2025. 

Während das lange Ende der Treasury-Kurve für Schlagzeilen sorgte, ziehen die Kreditkosten auch am kurzen Ende sprunghaft an. Die Rendite zweijähriger US-Noten stieg am Freitag um 6 Basispunkte auf 4,056%, den höchsten Stand seit Mai 2025, während die zehnjährige Rendite ebenfalls um 6 Basispunkte auf 4,518% kletterte.

Der Dollar steuerte auf einen Wochengewinn von 1,2% zu - den höchsten seit zwei Monaten -, gestützt durch den mangelnden Fortschritt am Golf. Solide US-Einzelhandelsdaten fürten zudem dazu, dass die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 45% einpreisten, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr erhöhen muss, selbst unter der neuen Führung von Kevin Warsh. [FRX/]

Die Stärke des Greenback drückte den Yen auf die schwächere Seite von 158 pro Dollar und hielt die Händler in Alarmbereitschaft bezüglich weiterer Interventionen aus Tokio.

Das Pfund Sterling fiel auf ein Einmonatstief von 1,3385 Dollar, nachdem es in der vorangegangenen Sitzung nach dem Rücktritt des britischen Gesundheitsministers Wes Streeting um 0,9% abgerutscht war, was die dortige politische Krise verschärfte.